Rund 200 überwiegend jugendliche Gäste kamen in die Philippuskirche in der Seewenjestraße nin Gröpelingen, um mit Projektleiterin Almut Schmidt, Landesjugendpfarrerin Ruth Fenko und Renke Brahms, dem Schriftführer der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK) , ein fröhliches Fest mit viel Musik und reichlich Applaus zu feiern.
'Schön, dass die Kirche so voll ist und es hier so lebendig zugeht', freute sich Almut Schmidt, 'dies ist ein Schritt in die richtige Richtung: Prioritäten setzen für junge Menschen in unserer Kirche'.
Über Konzerte, Gottesdienste und viele andere Events - so die Idee hinter dem Projekt Jugendkirche - sollen hier in den kommenden drei Jahren junge Menschen in einem von ihnen selbst verantworteten Kirchenraum in Kontakt mit dem Glauben treten können.
Auch wenn das Innere des 1967 erbauten Gotteshauses nach dem Ausbau mehrerer Wände und der Kirchenbänke dank eines robusten neuen Holzfußbodens und professioneller Veranstaltungsausstattung mit moderner Licht- und Tontechnik jetzt ein bisschen aussieht wie eine Großraumdisko mit Altar: In dem Gröpelinger Gotteshaus geht es auch weiterhin um die Verkündigung des Glaubens - nur eben jugendgerecht aufbereitet.
Neben den von Jugendlichen veranstalteten Gottesdiensten wird es hier zum Beispiel auch Ausstellungen, Konzerte, Theaterstücke und Kinofilme geben. Eine Kostprobe aus dem ersten Projekt, einer Musical-Produktion mit dem Titel 'Jakobs Aufbruch', das im Juni Premiere hat, gaben die jungen Darsteller schon am gestrigen Tag.
'Schön, dass der Garten Eden nun in Gröpelingen steht', betonte anschließend BEK-Schriftführer Renke Brahms, 'das ?2.0? verstehe ich als größtmögliche Begegnung und Kommunikation zwischen Menschen unterschiedlicher sozialer, kultureller und religiöser Herkunft - dies ist ein toller Ort dafür!'
Durch junge Menschen bleibt die Kirche lebendig: Dieser Gedanke steht ebenso hinter der Jugendkirche wie generell das Bestreben der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), für Jugendliche attraktiver zu werden. Seit den frühen Neunzigern sind deshalb in Deutschland immer mehr Jugendkirchen entstanden.
130 Projekte in Deutschland
Nach Angaben der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend gibt es in Deutschland inzwischen über 130 derartige Projekte; dabei handelt es sich zu etwa gleichen Teilen sowohl um katholische, evangelisch-landeskirchliche als auch evangelisch-freikirchliche Jugendkirchen.
Zu viele und im Unterhalt zu teure Kirchengebäude einerseits und schrumpfende Gemeinden andererseits - sicher führt auch diese Entwicklung dazu, dass man sich innerhalb der Kirche zunehmend Gedanken um eine zielgruppengerechtere Nutzung kirchlicher Gebäude macht.
Eine andere mögliche Antwort wurde vor rund drei Jahren in Bremen nach dem Vorbild von Köln, Hamburg oder Berlin mit der Einrichtung der Kulturkirche St. Stephani gefunden. Diese Einrichtung ist inzwischen ein Erfolgsmodell. Sie möchten viele kulturinteressierte Bremer inzwischen nicht mehr missen.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge hatte sich vor acht Monaten die Evangelischen Gemeinde in Gröpelingen und Oslebshausen nach fast 43 Jahren von ihrer Kirche getrennt - vor allem im Kirchenchor fühlte man sich bei den Planungen damals übergangen.
In die engere Auswahl für die Jugendkirche geschafft hatten es neben der Philippuskirche vor knapp zwei Jahren übrigens auch die Waller Wilhadi-Gemeinde im Steffensweg und die Osterholzer Gemeinde Ellener Brok in der Graubündener Straße. Die Jugendkirche wird nach einem Beschluss der Synode der Bremischen Evangelischen Kirche für zunächst drei Jahre eingerichtet. Dann wird der Erfolg überprüft und über eine Verlängerung entschieden. Der jährliche Etat beträgt 180.000 Euro.
Weitere Informationen im Internet unter www.garteneden2punkt0.de.


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