Gefertigt werden die Kreationen in Thailand oder Indien, 'weil wir in Deutschland keine Näherei gefunden haben, die uns das Gesamtpaket vom Weben und Einfär-ben der Stoffe bis zur individuellen Fertigung der Knöpfe oder Reißverschlüsse anbieten kann', erklärt Christine Wallasch.
An den Start ging das Label 2009 mit seiner ersten Kollektion 'der norden schwitzt bei 4 grad'. Damals hatten sich die vier Begründer der Bremer Modemarke zusammengetan, um abseits der Massenware eine frische Brise in die Klamottenwelt zu bringen. Dazu ließen sich die vier Küstenfreunde und ihre ebenfalls seewärts orientierten Designerinnen einiges einfallen, beispielsweise ein Damen-T-Shirt mit schmuckem Matrosen auf der Vorderseite und dem Aufdruck 'achtern' direkt auf dem Allerwertesten. Dieses extravagante Teil wurde - neben dem dunkelblauen Kapuzenshirt 'Marina' - prompt zum Topseller. 'Unsere Schietwettertöne kommen be-sonders gut an', sagt Sarah Grambow.
So auch im Jahr 2009 auf der Breminale, als das Team von 'viergrad' einen Übersee-Container in einen mobilen Verkaufs-raum umwandelte und an der Weser plat-zierte. 'Den Container haben wir gekauft, weiß angestrichen und innen mit Lkw-Spanngurten zum Aufhängen der Klamotten ausgestattet', erzählt Christine Wallasch. Neben einem Tresen aus Glasbausteinen verfügt der Container auch über Umkleidekabinen. Die befürchtete Schwellenangst hatten die Bremer nicht, 'der Container war bis abends immer voll', so Wallasch.
Die lokalpatriotischen Kollektionen von 'viergrad' finden naturgemäß vor allem im Norden ihre Käufer. Einige Modelle werden in Läden an der Küste sowie auf den Nordseeinseln Juist und Langeoog angeboten, den Schwerpunkt legen die Bremer Kreativen jedoch auf den Online-Shop. Hier werden die Firmen-Maxime und die einzelnen Kreationen in norddeutschem Slang sehr unterhaltsam vorgestellt. Und als Location für die Mode-Aufnahmen wurde bewusst das Weserufer am Café Sand gewählt. Vom Design über das Marketing und den Vertrieb bis zum Verkauf haben die 'viergrad'-Mitarbeiter alle Fäden in der Hand. Aber das Geschäft ist hart. So werden die Nähereien in Asien in absehbarer Zeit eine Abnahme höherer Stückzahlen zur Bedingung machen. 'Zurzeit haben wir noch Sonderkonditionen, aber bald müssen wir 300 bis 400 Teile pro Modell produzieren lassen', erzählt Christine Wallasch. Bis dahin gelte es, das Netzwerk auszuweiten, Kontakte zu Ladengeschäften
und Versandhäusern zu knüpfen sowie an Messen teilzunehmen. Für die kommende Kollektion erhoffen sich die Modemacher außerdem einen Stand auf der Kieler Woche. 'Dabei haben wie auch schon überlegt, die Klamotten direkt vom Segelboot eines unserer Gründer zu verkaufen', so Sarah Grambow.
Bis es soweit ist, freut sich das Team von 'viergrad' aber erst mal auf den Tag, an dem die neue Kollektion per Schiff nach Bremen kommt und die Kartons geöffnet werden. Sarah Grambow: 'Das ist der spannendste Moment', und dann können die Korken knallen.
Kontakt: www.viergrad-shop.com


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