'Es gibt vier Qualitätsversprechen, die die Kindergärten in den nächsten Jahren umsetzen sollen', berichtet Herbert Förster von der Paritätischen Gesellschaft für Soziale Dienste. Dazu gehören die verstärkte Sprachförderung der Kinder sowie eine bessere Kooperation von Eltern und Erziehern und Erzieherinnen. Ebenso soll das ganzheitliche Lernen sichergestellt und ein fließender Übergang zwischen Kindergarten und Schule gewährleistet werden.
'Mindeststandards sinnvoll'
Den Vertrag der Bremer Sozialbehörde müssen alle Bremer Kindergärten im kommenden Herbst unterschreiben. Wer die Vorgaben innerhalb von drei bis fünf Jahren nicht umsetzt, muss mit der Streichung der finanziellen Mittel rechnen. 'Wir glauben, dass die Kindertageseinrichtungen der Elternvereine die geforderten Mindeststandards einhalten werden', so Herbert Förster. Zehn Prozent der Bremer Kinder gehen in Einrichtungen, die von Elternvereinen organisiert werden. Damit sind diese Einrichtungen der drittgrößte Anbieter von Kindertagesplätzen in Bremen - nach der Kita Bremen und dem Landesverband für evangelische Kindertageseinrichtungen.
Vieles, was die Behörde fordert, halte ich für selbstverständlich', sagt Jutta Philipson-Eichert, Einrichtungsleiterin der 'Kinderhäuser'. 'Die meisten Anforderungen erfüllen wir bereits.' Trotzdem hält die Pädagogin die Mindeststandards für sinnvoll. 'Dadurch wird eine gewisse Qualität in jedem Fall gewährleistet.' Kritisch hingegen sieht Philipson-Eichert die Umsetzung der Forderungen. 'Die Behörde stellt kein Geld zur Verfügung. Aber Fortbildungen bezahlen sich nicht von selbst.' Zudem sei es schwierig, neben dem normalen Tagesbetrieb an fortbildenden Maßnahmen teilzunehmen oder den Kindergarten gar neu zu organisieren. Das Qualitätsmanagement-System, das der Paritätische Wohlfahrtsverband Bremen seit einigen Jahren bundesweit anbietet, sei deshalb sehr hilfreich.
42 Kindertagesstätten von Elternvereinen sind unter dem Dach des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Bremen versammelt. 'Zehn Elternvereine haben das Qualitätsmanagement bereits durchlaufen', erzählt Anke Teebken, Pressesprecherin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. 'Beim Qualitätscheck überprüfen wir, was in den Kindergärten bereits gut klappt und was nicht.' Anschließend werden die Ergebnisse dokumentiert und mit den Einrichtungen Verfahren, Abläufe und Zeitpläne entwickelt, um die Qualitätsstandards auf Dauer halten zu können. 'Ein typisches Beispiel ist die Eingewöhnungsphase von Kindern', erzählt Jutta Philipson-Eichert. 'Die läuft oft ähnlich ab, sodass wir bestimmte Vorgehensweisen entwickeln können, die wir jedes Jahr wiederholen.' Durch dieses Management sei die Arbeit im Kindergarten systematisiert. 'Wir haben mehr Zeit, uns um die Kinder zu kümmern. Organisatorische Arbeit wird weniger.'
Der Qualitätscheck des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes habe gezeigt, das bei den untersuchten zehn Bremer Einrichtungen starke Unterschiede bestehen, so Herbert Förster. 'Die Kindergärten haben unterschiedliche Schwerpunkte. Fast jede Einrichtung hat einen Bereich, in dem es Defizite gibt.' Optimiert werden müsse besonders die Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Schule und die Sprachförderung. Dennoch: Vor den Mindeststandards habe man keine Angst. 'Unser Qualitäts- check ist sehr umfassend und geht über die Mindeststandards hinaus.'

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