Die Postangestellten haben in der Betriebsversammlung über ihre Arbeitsbedingungen gesprochen. Hauptthema auf der Versammlung sei der "Angriff des Postvorstandes auf die sozialen Besitzstände der Postzusteller", sagte der Betriebsratsvorsitzende Hermann Warnken.
Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten will die Konzernspitze eine bereits im Tarifvertrag vereinbarte Lohnerhöhung von drei Prozent zum 1. Dezember 2009 ausfallen lassen. Außerdem sollen die Postangestellten wieder 40 Stunden pro Woche arbeiten. Für die Beschäftigten bedeutet das eineinhalb Stunden Mehrarbeit ohne Lohnausgleich.
Die Post droht, künftig Briefe und Pakete durch Fremdfirmen ausliefern zu lassen, wenn die Belegschaft die neuen Bedingungen nicht akzeptiert.
Nach der Betriebsversammlung zeigte sich Thomas Warner, Sekretär der Dienstleistlungsgewerkschaft ver.di für Postangelegenheiten, verängert. "Wir sind unzufrieden mit dem Arbeitgeber. Die Post steht nicht zu ihren Verträgen", sagte er gegenüber Weser-Kurier online.
Weil bei den derzeitigen Tarifverträgen kein Streikrecht besteht, wurden sie von den Arbeitnehmern bereits im August gekündigt. Im November läuft die dreimonatige Kündigungsfrist aus. "Wir werden sehen wie es dann weitergeht. Auf der Betriebsversammlung haben wir erstmal über den derzeitigen Zustand informiert", so Warner.
"In dieser Phase zeigen wir unseren Unmut und erhöhen das Drohpotenzial." Wenn die Deutsche Post sich in einigen Monaten nicht kooperativ zeige, könne es auch zu Warnstreiks oder zur längerfristigen Niederlegung der Arbeit kommen, drohte der Gewerkschaftsvertreter.


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