Er hatte einen Internet-Text mit "Deutsche! Kauft nicht beim Juden" eingeleitet und dann unter anderem ergänzt: "Koch nicht für den Muselmann!!!" Dies soll nicht folgenlos bleiben: Am Mittwochabend wurde an einem Beschlusspapier gearbeitet, wonach Engelmann alle Ämter in der Partei niederlegen soll.
Für seinen Internet-Beitrag, den er als Ironie verstanden wissen möchte, erntete Malte Engelmann harte Kritik. Die Partei distanzierte sich "aufs Schärfste" von dem Beitrag. Dies sei eine "Entgleisung, die durch nichts zu rechtfertigen ist". Fraktionsvize Heiko Strohmann, der in dem Text direkt angesprochen war, stoppte sofort seine "Freundschafts"-Verbindung mit Engelmann bei Facebook - andere CDU-Abgeordnete folgten. Auch ein Parteiausschlussverfahren gegen den Chef des JU-Metropolverbands kam ins Gespräch.
Engelmann betonte gestern erneut, er habe mit seinem Kommentar die Kritik unter Christdemokraten an dem Iftar-Mahl kontern wollen. Und da müsse "man manchmal auch ein bisschen rumpöbeln". Seine Wortwahl, so räumte er ein, sei offenbar "unklug" gewesen. Gleichwohl sei er keineswegs geneigt, nun in der CDU das Feld zu räumen. Er werde nicht freiwillig aus der Partei austreten, den entsprechenden Wunsch aus Kreisen der CDU erklärt er sich damit, dass "bei manchen die Pferde halt durchgehen".
In der Fraktion und auch in der Parteispitze wird unterdessen debattiert, wie die CDU ihr Verhältnis zu anderen Religionsgruppen "grundsätzlich politisch" ausrichten sollte. Nach einem Vorschlag in der Runde der Abgeordneten schreiben Fraktionsvize Heiko Strohmann und Ex-Staatsrätin Elisabeth Motschmann gemeinsam ein Papier, das auf einer Klausurtagung der CDU Anfang Oktober die Grundlage für die Diskussion sein soll. Strohmann war Organisator des Iftar-Essens.
Die Position von Motschmann: Es sei für das Zusammenleben von Christen und Muslimen "richtig und wichtig, aufeinander zuzugehen und miteinander ins Gespräch zu kommen". Die CDU-Politikerin: "Um dieses Ziel zu erreichen, ist es jedoch nicht erforderlich, dass die CDU als Veranstalter muslimische Rituale durchführt."


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