Walter Brandes wohnte als Kind an der Ecke Korffsdeich und Stephanitorsteinweg, "praktisch gegenüber vom Hafentor 1". Und die Viertel um die Häfen seien dem Erdboden gleichgemacht worden. Der Bremer wundert sich darüber, dass die Hausbewohner an jenem Abend vor 70 Jahren nicht versuchten, sich in Sicherheit zu bringen. "Da die englischen Verbände in der Regel nachts angriffen, versammelten sich zu Anfang des Krieges die Bewohner bei Alarm noch im Hauskeller (Hochbunker kamen erst später). Diese Keller erhielten als zusätzliche Sicherheit baumstammdicke Stützpfeiler, um beim Einsturz des Hauses die Stabilität in den Kellerräumen zu erhöhen. Gab des spät nachts Alarm, so wurde der Schulbeginn um eine oder gar zwei Stunden später angesetzt. Dafür gab es eine feste Regel, erlassen von der Schulbehörde." Alle Fenster hätten dunkle Rollos gehabt, Blockwarte seien abends durch die Straßen ihres Bezirks gegangen, "und wenn irgendwo ein Lichtschein durchs Fenster fiel, so brüllte es von der
Straße: ,Licht aus!!!'" Nach Jahrzehnten verwischen sich die Wahrnehmungen, weiß Walter Brandes, zumal traumatische Erlebnisse diese Erinnerungen auch färben. "Wir wollen froh sein, dass diese Dinge (hoffentlich auf ewig) vorbei sind." Auch Reinald Ihler aus Schwachhausen versteht nicht, warum der Luftangriff vom 26. Januar 1942 überraschend gewesen sein soll, "da es grundsätzlich bei Annäherung feindlicher Flugzeuge immer erst Voralarm, dann Alarm und später Entwarnung von den überall im Stadtgebiet installierten Sirenen gab".
Der Schwachhauser hat einen Fehler im Themenkasten entdeckt: "Der erste Bombenabwurf auf Bremen erfolgte am 18. Mai 1940. Am 24. März 1940 warfen britische Bomber lediglich Flugblätter über Bremen ab." An das erste Bombardement vom 18. Mai 1940 erinnert sich Walter Brandes. "Die ersten Bomben auf Bremen haben das Diakonissenhaus getroffen, das seinerzeit zwischen der Lloydstraße und dem Platz 'An der Danziger Freiheit' lag."
Literatur: Herbert Schwarzwälder, Geschichte der Freien Hansestadt Bremen, Band IV - das Standardwerk. Ralf Täuber und Matthias Kuse, "Bremen im Bombenkrieg".


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