Wie in anderen Betrieben der Stadt wurden während des Zweiten Weltkriegs beim Bremer Vulkan Menschen aus vielen Ländern Europas zur Arbeit gezwungen. Auf der Vegesacker Werft hatten sie ebenso wie die deutschen Stammarbeiter die Aufgabe, die Produktion von U-Booten für die Kriegsmarine der Wehrmacht sicherzustellen. Darüber, in welchen Teilen des Betriebs junge Frauen aus Osteuropa, niederländische Zivilarbeiter oder französische Kriegsgefangene zum Einsatz kamen, ist jedoch bislang wenig bekannt. Auch wie sie ernährt und behandelt wurden und welche Kontakte es zu den "Vulkanesen" gab, ist weitgehend unklar.
Im Rahmen seiner Forschungen sucht der promovierte Historiker Thomas Urban von der Universität Bonn nach Antworten auf diese und ähnliche Fragen. Die alten, im Staatsarchiv Bremen lagernden Akten der im Jahr 1997 stillgelegten Werft verraten kaum etwas über den Lebens- und Arbeitsalltag der Ausländer und der "Vulkanesen" in den Kriegsjahren 1939 bis 1945.
Deshalb ist Urban bei seinem Projekt auf die Unterstützung von Bremer Familien angewiesen, deren Angehörige während der Kriegszeit als Arbeiter oder Angestellter auf der Vulkan-Werft tätig waren. Er sucht vor allem Privatpersonen, die ihm Quellenmaterial, zum Beispiel Briefe, Fotos, Tagebücher oder Erinnerungsberichte ihrer Väter oder Großväter, zur Verfügung stellen können.
Von großem Wert wären dem Geschichtswissenschaftler auch Gespräche mit Zeitzeugen, die als ehemalige Werftbeschäftigte oder als Anwohner der großen Barackenlager des Vulkan über ihre Begegnungen mit ausländischen Zivilarbeitern und Kriegsgefangenen berichten können.
Wer dem Forscher Quellenmaterial ausleihen oder seine Erinnerungen einbringen möchte, kann Thomas Urban unter Telefon 02302/ 1761322 und per E-Mail thomas.urban@rub.de beziehungsweise thomas.urban@uni-bonn.de erreichen.


Regenwahrscheinlichkeit:



