Wenn das Projekt überhaupt funktionieren soll, müsse es in irgendeiner Form begleitet werden, sagt Krause. Denn viele der Hartz IV-Empfänger hätten zunächst einmal ganz andere Probleme, als den nächsten Theaterbesuch zu organisieren. 'Die kämpfen vielfach um ihre Existenz.'
Im Dezember soll die Idee des Senats in der Stadtbürgerschaft abschließend diskutiert werden. Bisher ist angedacht, dass Hartz IV-Empfänger eine halbe Stunde vor Beginn der jeweiligen Aufführung alle Restkarten für einen Preis von drei Euro kaufen können. Zunächst beteiligen sich fünf Einrichtungen am Modellprojekt, darunter das Theater am Goetheplatz.
'Wenn man wirklich allen Menschen einen Zugang zu kulturellen Einrichtungen und eine kulturelle Teilhabe ermöglichen will, dann muss man bei den Kindern und Jugendlichen ansetzen', sagt Jonas. 'Sie muss man dazu bewegen, die Museen, Theater und Ausstellungen zu besuchen. Dann kommen sie auch als Erwachsene wieder.'
Ähnlich scheint man das in Hamburg zu sehen, wo Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren generell freien Eintritt in die staatlichen Museen haben. 'Wer nicht schon früh an diese Form der Kultur herangeführt wird, der kommt nicht mit 32, nur weil es plötzlich billig ist', sagt Susanne Frischling, Sprecherin des Hamburger Kulturressorts. Das scheint sich auch in Berlin zu bestätigen, wo das Kultur-Ticket für Hartz IV-Empfänger bereits seit 2005 zu haben ist. In der Millionenmetropole wurde das 3 Euro-Tickets in den 16 Häusern, die die entsprechenden Vertriebszahlen veröffentlichen, in den ersten drei Jahren 25000 mal verkauft.



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