Eines schließt Kleyboldt kategorisch aus: 'Der Name Stadthalle kommt nicht infrage.' 40 Jahre lang trug die Halle offiziell überhaupt keinen Namen, wurde im Volksmund aber Stadthalle genannt und genauso auch beworben. Im Januar 2005 stieg AWD ein und bezahlte für die Namensrechte nach eigenen Angaben jährlich 550000 Euro. Dieses Engagement endet nun; im Mai hatte AWD überraschend angekündigt, den Vertrag nicht verlängern zu wollen. Seitdem läuft die Suche nach einem neuen Sponsor, bisher ohne Erfolg.
'Es ist schwierig, in diesen wirtschaftlichen Krisenzeiten jemand Neues zu gewinnen', sagt Kleyboldt. Die mit der Suche beauftragte Agentur stehe immer noch mit leeren Händen da. Kleyboldt: 'Wir haben keinen am Haken.'
Was also tun? Welchen Namen nehmen, wenn Stadthalle nicht gewollt ist? 'Das geht überhaupt nicht. Damit können wir uns international nicht aufstellen', betont der Hallen-Chef. In der Werbung endlos lange mit AWD-Dome weiterzumachen, verbiete sich aber natürlich genauso.
AWD selbst sieht das gelassen. 'Wir stehen für eine Übergangszeit bereit', sagt Andreas Fischer aus der Marketingabteilung des Unternehmens in Hannover. Allerdings: 'Bezahlen würden wir dafür nichts, der Vertrag wird ja beendet.' Für die Hallenbetreiber ist dies neben den Namensproblemen auch finanziell ein Schlag ins Kontor. Im Budget für das kommende Jahr tauchen die Sponsorengelder schon nicht mehr auf. Das gehe nicht mal eben so, sondern falle deutlich ins Gewicht, hatte vor einigen Monaten ein Hallensprecher erklärt. 'Auf bestimmte Projekte müssen wir verzichten oder sie empfindlich zurückfahren.'
Als AWD vor fünf Jahren ins Spiel kam, war die Halle gerade mit großem Aufwand umgebaut worden. Sie hat seitdem ein Fassungsvermögen von rund 14500 Besuchern und ist nach den Arenen in Köln, Berlin, Hamburg, Stuttgart und Düsseldorf die sechsgrößte Halle in Deutschland.
Nach Vertragsabschluss mit AWD gab es in der Bevölkerung heftige Proteste. Der Senat zeigte sich unbeeindruckt. 'Die Stadthalle hat eine lange Tradition. Die Zukunft gehört dem AWD-Dome', sagte der damalige Bürgermeister Henning Scherf (SPD), sekundiert vom damaligen Wirtschaftssenator Hartmut Perschau (CDU): 'Wir wollen auch vom Namen her in einer anderen Liga spielen. Das ist für den werblichen Auftritt wichtig.'
AWD ade, Stadthalle tabu und kein Sponsor in Sicht, der der Halle einen neuen Namen geben könnte. Die zuständige Bremer Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFB) will nach Kleyboldts Angaben im Januar entscheiden, wie es nun weitergehen soll. Das Problem: Wagt man sehr früh den kostspieligen Austausch des Labels und entscheidet sich - zurzeit die wahrscheinlichste Variante - für ein neutrales 'Arena', könnten kurze Zeit später die gleichen Kosten noch einmal entstehen, sollte es einen neuen Sponsor geben.
Ganz abgesehen von dem Werbe-Wirrwarr: Es dauert in der Regel Jahre, um in den Köpfen der Menschen einen neuen Hallennamen zu verankern.

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