Das steht auch für Runtime-Geschäftsführer Rainer Anthony außer Frage. Der zuständige Mitarbeiter habe da einen Fehler gemacht, sagt er. Hintergrund: Schickt die Arbeitsagentur einen Leistungsempfänger zu der Zeitarbeitsfirma, ist laut Anthony eine Rückmeldung an die Agentur üblich. Bei Jobsuchenden, die von sich aus bei Runtime anklopfen, verbiete sich das dagegen. Die Daten des betroffenen Bremers seien bei den Rückmeldungen an die Arbeitsagentur irrtümlich 'dazwischengerutscht'. Runtime habe die Arbeitsagentur informiert, von dort aus seien die Daten dann wohl an die Bagis übermittelt worden.
'Es geht um einen Einzelfall', betont Anthony. Nachdem sich die Datenschutzbeauftragte eingeschaltet hatte, habe Runtime umgehend die Arbeitsagentur informiert und darum gebeten, die Daten des Bremers zu löschen. Außerdem, sagt Anthony, seien die Sachbearbeiter auf den Fehler hingewiesen worden mit der Maßgabe, künftig noch sorgfältiger zu sein. 'Wir werden diesen Fall künftig außerdem bei unseren Schulungen als Paradebeispiel dafür besprechen, wie man?s nicht macht.'
Im Briefwechsel mit der Datenschutz-Behörde habe ein Runtime-Mitarbeiter zwar sinngemäß mitgeteilt, die Firma verfahre in ähnlichen Fällen immer so, bestätigte der Geschäftsführer auf Nachfrage. Das beziehe sich aber auf die Datenübermittlung bei Jobsuchenden, die von der Arbeitsagentur zu Runtime geschickt worden sind.
Der Bremer Erwerbslosenverband (bev) hatte den Fall ins Rollen gebracht. Dort hatte sich der Betroffene erkundigt, was er machen solle, sagt bev-Mitarbeiter Herbert Thomsen. 'Wir haben ihm geraten, die Datenschutzbeauftragte einzuschalten.' Außerdem habe der Bremer einen guten Grund gehabt, den von Runtime angebotenen Job auszuschlagen. Thomsen: 'Er möchte nur halbtags arbeiten, damit er Zeit hat, sich zu bewerben.' Schließlich habe der Bremer ein abgeschlossenes Studium und suche seine berufliche Zukunft auf dem Gebiet seines Studienfaches. Das, sagt Thomsen, habe auch die Bagis akzeptiert und keine Sanktionen gegen den Bremer verhängt, der von sich aus alles mögliche unternommen habe, um eine Stelle zu finden.
'Wir haben sofort veranlasst, dass die Daten gelöscht werden', sagt Bagis-Sprecherin Katrin Demedts. Allerdings könne die Bagis das aus technischen Gründen nicht selbst tun. Das müsse die Agentur für Arbeit erledigen. Also sei die Zentrale in Nürnberg informiert worden. Eine Bagis-Mitarbeiterin habe ein Auge darauf, dass das auch wirklich geschieht, fügt Katrin Demedts dazu.


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