'Wir wussten, dass Maßnahmen geplant sind. Aber damit haben wir nicht gerechnet', sagte InBev-Betriebsrat Günter Schäfer im Anschluss an eine Information der Tagesschicht der Brauerei Beck & Co. Von den rund 1500 Arbeitsplätzen in Bremen (je zur Hälfte in der Produktion und in der Verwaltung) sollen 262 Stellen gestrichen werden. Betroffen sind laut Dieter Nickel von der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) rund 70 Beschäftigte in der Produktion. Die anderen Arbeitsplätze sollen im Vertrieb und in der Verwaltung wegfallen.
Unternehmenssprecher Oliver von Oehsen begründete den geplanten Stellenabbau mit der schwierigen Marktlage: 'Der Biermarkt in Deutschland ist rückläufig, wir unterliegen einem enormen Preiskampf und auch der Export ist rückläufig. 'Mit einer 'schlankeren Organisation' wolle man flexibler auf den Markt reagieren können, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern.
Zu den geplanten Maßnahmen gehört eine Umstrukturierung des Außendienstes. Die Gastronomie soll überwiegend telefonisch betreut werden. In der Produktion und in der Logistik sollen Stellen gestrichen werden, 'um die Personalstärke dem tatsächliche Bedarf anzupassen', heißt es in der Mitteilung des Unternehmens. Service- und Verwaltungsfunktionen sollen zentralisiert werden.
Betroffen von dem geplanten Stellenabbau sind auch die Produktionsstätten in Hannover, Minden, Wernigerode und Issum. Zu InBev Deutschland gehören neben Beck's und Haake Beck auch Marken wie Gilde, Hasseröder und Franziskaner. Die Sparmaßnahmen sollen noch in diesem Jahr umgesetzt werden. Für die Betroffenen würden 'alle Möglichkeiten für sozialverträgliche Lösungen ausgeschöpft', so das Unternehmen.
Betriebsrat Schäfer hofft, dass in der Produktion durch Maßnahmen wie Altersteilzeit ein erheblicher Teil der geplanten Stellenstreichungen abgefedert werden kann. Für Verwaltung und Außendienst gebe es aber nur wenig Gestaltungsmöglichkeiten. Auch Unternehmenssprecher von Oehsen geht davon aus, dass die Umstrukturierung nicht ohne einen erheblichen Teil betriebsbedingter Kündigungen umgesetzt werden kann.
Am Standort Bremen werde InBev auf jeden Fall festhalten, sagte er auf Nachfrage. 'Beck's ist eine unserer Premiummarken und Bremen der wichtigste Produktionsstandort in Deutschland.'


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