„Ob es ein Einzeltäter ist oder eine Gruppe, das ist zur Zeit reine Spekulation“, sagt Dirk Siemering, Sprecher der Polizei in Bremen zu den Drohbriefen. In einer E-Mail an die Mitglieder des Kino 46, die dem WESER-KURIER vorliegt, zitiert der Geschäftsführer des Kommunalkinos, Karl-Heinz Schmid, aus den anonymen Briefen.
"Krankheit Homosexualität"
Darin wird das Kino 46 davor gewarnt, weiterhin „Filme über die Krankheit Homosexualität und das verbrecherische Judentum“ zu zeigen. Würden sie das nicht beenden, heißt es im ersten von zwei Drohbriefen, werde man „geeignete Maßnahmen ergreifen, um dieses schändliche Treiben schnell und dauerhaft zu unterbinden“.
Schmid erstattete Anzeige gegen die Verfasser. Doch nun erreichte ihn ein zweiter Brief. Darin kündigten die Schreiber an, im Zeitraum vom 2. bis zum 8. August „Kinosaal und Vorführraum zu zerstören“. Die konkrete Warnung vor dem Anschlag solle helfen – so die bizarre Erklärung der Radikalen – Verletzte unter den Kinogängern zu vermeiden.
Karl-Heinz Schmid will sich von der Drohgebärde nicht einschüchtern lassen. Die Mitglieder des Kommunalkinos forderte er auf, ihre Solidarität zu zeigen und zahlreich im Kino zu erscheinen. Auf keinen Fall wolle man nachgeben und das Kino in der angekündigten Zeit räumen lassen. Es werde das geplante Filmprogramm gezeigt. Allen Mitgliedern wird ihn dieser Woche als Dankeschön freier Eintritt gewährt, heißt es in der Mitteilung.
Polizei plant Vorsichtsmaßnahmen
Ob Schmid neben den Mitgliedern, die in einer internen E-Mail informiert wurden, auch Zuschauer vor den Drohungen gewarnt hat, ist unklar. Dem WESER-KURIER gegenüber wollte er gestern keine Angaben zu dem angekündigten Anschlag machen.
Die Polizei allerdings ist informiert und hat nach eigenen Angaben gemeinsam mit dem Geschäftsführer Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um Kinobetreiber und Zuschauer zu schützen. „Wie die aussehen, können wir natürlich nicht genauer sagen“, so Polizeisprecher Siemering.


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