Elf Deutschlandpremieren gab es diesmal bei La Strada zu sehen. Anders als in den vergangenen Jahren standen nicht die Zirkuskünste wie Jonglage oder Einradfahren im Mittelpunkt, sondern viele Straßentheaterprojekte aus Frankreich. Die Szene erfreut sich im Nachbarland großzügiger staatlicher Unterstützung und ist deshalb besonders ausgeprägt. Mit dieser Schwerpunktsetzung gingen die Veranstalter ein kleines Wagnis ein, doch ihr Konzept scheint aufgegangen zu sein.
„Alle Künstler, mit denen ich gesprochen habe, waren begeistert, ja teilweise überwältigt vom Publikum“, sagt La Strada-Sprecherin Kathrin Bahr. Besonders aufgefallen sei vielen Darstellern, wie aufmerksam und konzentriert die Zuschauer die einzelnen Darbietungen verfolgt hätten. „Viele Protagonisten fühlen sich geschmeichelt, weil das Publikum auch die kleinen Nuancen ihrer Stücke wahrnahm und mit Szenenapplaus bedachte“, so Bahr. Für viele Künstler war ein guter Auftritt in Bremen wichtig, weil sich hier in diesem Jahr besonders viele internationale Festival-Veranstalter aufhielten, die wegen des Auftaktsymposiums am Donnerstag angereist waren.
Bei den Bremern ist laut der La Strada-Sprecherin das französische Reitertrio „Les Goulus“ besonders gut angekommen, das mit seinen Umhänge-Gäulen den Habitus nobler Springreiter parodiert. „Das scheint in einer Pferdegegend wie hier den Nerv zu treffen.“ Zum absoluten Publikumsliebling avancierte aber wohl die „Famille Goldini“. Das ungleiche Paar riss mit seiner Mischung aus Akrobatik und Slapstick die Zuschauer auf dem Marktplatz zu minutenlangen Jubelstürmen hin.
Eine der wenigen Veranstaltungen, für die bezahlt werden musste, war die akrobatische Theateraufführung der britischen Gruppe „Mimbre“ im Licht- und Luftbad am Sonnabend. Trotz des relativ hohen Eintrittspreises von 8 bis 13 Euro war die abendliche Vorstellung ausverkauft.
Für die Rettungsdienste verlief das Wochenende ruhig. Trotz des warmen Wetters gab es keine Besucher mit Kreislaufproblemen. Die schlimmsten Verletzungen, die die Sanitäter zu versorgen hatten, waren Wespenstiche. Schlechter als den Zuschauern erging es einem Artisten der Gruppe „Circus Delirium“. Der verletzte sich am Sonnabend so unglücklich, dass die sonntäglichen Aufführungen ausfallen mussten.
Die Veranstalter sind mit ihren Gedanken nun schon bei La Strada 2010. Eine entsprechende Förderung von seiten der Bremer Marketing GmbH ist genehmigt, und spätestens im Winter beginnen die Planungen.





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