Die Idee ist ausgefallen: Im Rahmen des Festivals entsteht ein riesiges Kunstwerk. Das Motiv ist witzig, frech und überraschend: Der Bunker wird zum aufgerissenen Pappkarton umgestaltet, aus dessen oberem Ende die Spraydosen herausgucken. Denn ein offener Karton ist das, was der Künstler zu Beginn seiner Arbeit sieht. Die Akteure kommen aus Los Angeles, London und Basel, aber auch aus Erfurt, Dortmund, Hamburg und Bremen.
Mit Wow123, Shako und Deeone (so die Künstlernamen) sind drei Bremer Künstler dabei. Wow123 heißt eigentlich Markus Genesius. Er leitet das Projekt. "Ich habe vor Jahren schon mal ein Hip Hop Festival organisiert", erzählt er. "Dazu gehören vier Komponenten: Hip Hop, Rap, Graffiti und Break Dance." In den vergangenen Jahren habe er sich auf Graffiti konzentriert und die anderen Komponenten aus dem Auge verloren. "Jetzt hatte ich den Wunsch, nochmal ein Festival zu organisieren." Die Kulturwerkstatt westend sei darauf angesprungen.
Damit erklärt sich die Hip Hop Musik, die Besuchern der Szene akustisch den Weg weist. Während einige Künstler im Gras sitzen, sprühen oben auf den höchsten Plattformen des Gerüsts Tasso und ein Kollege die Köpfe der Sprühdosen an die Bunkerwand. Für Menschen mit Höhenangst ist das nichts. Wenn hier mal eine Sprühdose aus der Hand fällt, muss der Künstler erstmal sechs Leitern hinunter- und wieder hinaufsteigen, ehe er weiterarbeiten kann. Ab der dritten oder vierten Ebene schwanken die Leitern unter den Füßen ein wenig.
Am zweiten der fünf Tage sind bereits die oberen Teile des Kunstwerks zu erkennen. Die Künstler stoßen nach und nach dazu. Bis Sonntag, den 8. August, soll dann alles fertig sein. Bis dahin werden die schweren Laster auf der Straße und die Ghettoblaster der Künstler noch um die Wette dröhnen: Musik gehört für die Maler dazu. Damit sich das Kunstwerk nicht in wenigen Jahren wieder ablöst, ist für eine haltbare Unterlage gesorgt.
So können dann zwei Bunker in unmittelbarer Nachbarschaft die Blicke auf sich ziehen: Denn ebenfalls an der Lloydstraße, nur wenige Meter weiter, steht ein weiterer Betonturm, auf dessen Wänden langbeinige, schlanke Figuren mit Ferngläsern in die Ferne starren. Eine von ihnen wird demnächst geradewegs den "Sprühdosenkarton" ins Visier nehmen.





Regenwahrscheinlichkeit:



