Nackt! soll die Grenzen der Schauspieler und Zuschauer ausloten. Titel und Inhalt des Musicals sind zweifellos provozierend, aber komplett künstlerisch ambitioniert. „Die Zuschauer werden Dinge sehen, die sie noch nie auf einer Bühne gesehen haben“, sagt Autor und Regisseur Christian von Götz. „Doch das Stück ist keine Peepshow. Wir gehen an Grenzen heran, aber wir überschreiten sie nicht.“
Von Götz hat sich beim Schreiben von Nackt! an Arthur Schnitzlers „Reigen“ orientiert. Das Stück wurde 1897 verfasst und drei Mal verboten. Das letzte Verbot kam von Schnitzler selbst, der weitere Aufführungen nach seinem Tod untersagte. Dieses Verbot galt bis 1982.
Christian von Götz machte nun aus dem Stoff ein neuartiges Musical. Er übersetzte die Bilder von damals in die heutige Zeit mit den heutigen Problemen. „So etwas wie Nackt! gab es bisher noch nicht. Es ist kein klassisches Rockmusical, vielmehr ein Punkrocktheater oder ein Schauspielprojekt mit Punkrockmusik. Eine genaue Definition haben wir noch nicht gefunden“, sagt von Götz.
Insgesamt werden 12 Schauspieler auf der Bühne stehen, ganz wie es der Titel verspricht, werden sie teilweise komplett nackt sein. Die Kostüme und das Bühnenbild sind schlicht. „Nackt! soll die Realität wiederspiegeln. Deshalb sind die Kostüme ohne Glitter und Glanz und es wird kein klassisches Bühnenbild geben. Die Bühne wird der Vorstellung eines Rockkonzertes entsprechen, nicht der eines klassischen Musicals oder Theaterstücks“, erzählt Christian von Götz.
Das 90-minütige Musical ist in zehn Szenen eingeteilt, die sicherlich nichts für schwache Gemüter sind. Nackt! behandelt Tabu-Themen wie Vergewaltigung, Prostitution, Pornographie und Mord in einer umgangssprachlichen Ausdrucksweise.
Am 31. Oktober startet das Rockmusical als eine Weltpremiere im Musical Theater Bremen. „Wir starten mit der Aufführung in Bremen, weil ich das Theater einfach toll finde. Es lässt sich hier wunderbar arbeiten und ich habe das Publikum als sehr aufgeschlossen erlebt“, sagt Christian von Götz, der bereits Evita im Bremer Musical Theater aufführen ließ.
Bis zum Start werden die Regisseure, der Komponist und die erfahrenen Schauspieler noch einige Aktionen starten. „Wir planen beispielsweise eine Blind-Date Aktion. Zuschauer können im Vorfeld einen Partner charakterisieren, mit dem sie sich die Vorstellung ansehen wollen“, erzählt von Götz. Karten für das Musical gibt es ab 12 Euro zu kaufen. Wer nackt kommt, muss keinen Eintritt zahlen.
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