"Mehr! Entertainment"-Chef Maik Klokow ist davon überzeugt: "Wäre ich anderer Meinung, hätte ich das Haus nicht übernommen", sagt er WESER-KURIER Online. Der Düsseldorfer, der vier weitere renommierte Häuser betreibt, hat das Bremer Musical-Theater sogar anteilig gekauft. Zur Höhe der Anteile macht er aber keine Angaben.
Bereits vor dem offiziellen Übernahmetermin am 1. April, ist Klokow in Personalfragen aktiv geworden und hat Claus Kleyboldt als Berater hinzugezogen. Kleyboldt kennt sich mit dem Musical-Theater gut aus, weil er das Haus jahrelang als angestellter Geschäftsführer bei der Wirtschaftsförderung Bremen bis Ende Februar geleitet hat. Dann lief der Mietvertrag zwischen der Wirtschaftsföderung und dem Eigentümer der Immobilie, Korn Liegenschaften, aus.
Eigentlich wäre Claus Kleyboldt Ende September in den Ruhestand gegangen. "Als ich gehört habe, dass Maik Klokow das Musical-Theater übernimmt, habe ich, ehrlich gesagt, gehofft, dass er mich fragt, ob ich den Chefposten übernehmen will", erzählt der gebürtige Westfale, der Klokow seit Jahren kennt.
Claus Kleyboldt war bereist für die Veranstaltungen der Halle Münsterland in Münster verantwortlich, war später Geschäftsführer der Grugahalle in Essen. Mitte der 1990er kam er nach Bremen und übernahm die Leitung der Stadthalle. Bis zur Pensionierung ist er als Geschäftsführer für den Bereich Sport und Entertainment der Bremen Arena zuständig. Ab 1. Oktober wird Kleyboldt nun das Musical-Theater zunächst zwei Jahre lang im Auftrag der Düsseldorfer Unternehmensgruppe leiten.
Bis dahin steht er Klokow beratend zur Seite. "Ich werde Maik Klokow bei der Organisataion des Bremer Büros unterstützen und ihm helfen, Kontakte mit der Bremer Kultur- und Eventbranche sowie mit den Medien zu knüpfen. Genau das ist auch einer der Gründe, warum der Düsseldorfer Betreiber Kleyboldt an seiner Seite haben wollte. "Der Marketing-Aufwand ist gerade am Anfang sehr groß, und Claus Kleyboldt ist exzellent vernetzt, er ist ein guter Vermittler - er ist der Beste", kommt Klokow ins Schwärmen. Neben aller Sympathie hat der erfahrene Geschäftsmann natürlich strategisch jemanden gesucht, der sich in der Bremer Wirtschafts- und Kulturbranche gut auskennt.
Bremer an Namensfindung beteiligen
Zeitnah will Klokow sich um einen neuen Namen für das Musical Theater kümmern. Er will weg von dem ortsgebundenen Namen hin zu einer Bezeichnung, die das Veranstaltungsprogramm besser widerspiegelt. Mithilfe der Medien will er die Bremer an der Namensfindung beteiligen.
Konkrete Angaben zu Veranstaltungen konnte Klokow noch nicht machen, da die Bespielung eines solchen Programms einige Zeit an Vorlauf braucht, wie er erklärt. Aber Düsseldorfer Eigenproduktionen wie "Cats" könne er sich in Bremen gut vorstellen.
Klokows Rezept für erfolgreich laufende Spielstätten ist die Arbeit mit Tournee-Produktionen. "Wir werden im Musical-Theater künftig ausschließlich Ein-Tages- bis Vier-Wochen-Gastspiele zeigen", sagt er. Das Bremer Haus habe sich in der Vergangenheit mit Open-End-Musicals verkalkuliert. Das seien nicht die richtigen Formate für solche Veranstaltungshäuser.
Bisher hatten sich das Bremer Konzerthaus Glocke und das Musical-Theater als Teil der Bremer Wirtschaftsförderung bei der Spielplangestaltung abgestimmt. Mit dem neuen, privaten Betreiber ist die Situation nun anders: Sicherlich werde es die ein oder andere Veranstaltung geben, die aus der Glocke ins Musical-Theater wandert, meint Klokow. Das seien aber lediglich Einzelfälle, insgesamt werde es wenige Überschneidung im Programm der beiden Häuser geben, weil sie jeweils auf ein unterschiedliches Angebot ausgerichtet seien, prognostiziert der Geschäftsmann.


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