Treffpunkt der Führung „Der Hafen im Wandel der Zeiten“ ist der Haupteingang der Stephani Kirche. Dort wartet Arthur P. Zapf von ART.tours auf die Teilnehmer, denn an der Kirche sieht man sehr gut, wie viel im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Genauso erging es nämlich auch den Bremer Häfen. „Die städtischen Strukturen wurden etwa zu 67 Prozent zerstört, die Häfen sogar zu 80 Prozent“, sagt Zapf.
Einer der ersten Haltpunkte ist die Bremer Schlachte. Dort, wo niemand geschlachtet wurde, verweilen wir nur kurz, denn schon seit Ende des 19. Jahrhunderts wird sie nicht mehr als wirtschaftlicher Hafen genutzt.
1888 war die Weserkorrektur zwar fertig, doch der Hafen war einfach zu klein. So entstanden der Europahafen und der Freihafen zwei. Mit Einführung der Containerschiffe, waren jedoch auch diese beiden zu beengt. Die wenigen Frachter die noch kamen, reichten nicht aus. Es entstand daher der Neustädter Containerhafen.
Das alles erzählt Arthur P. Zapf, während er mit seiner Gruppe an der Weser entlang Richtung Freihafen läuft. Dort angekommen, sehen die Teilnehmer selbst, wie ausgestorben das Gebiet wirkt. Außer in ein paar Fabriken, wie der deutschen Zentrale von Kellogg´s oder Stroever Schellack Bremen, herrscht hier wenig Betrieb. Ein Hochbunker ragt in den Himmel, einladend wirkt es hier nicht. Doch genau das soll sich ändern. „Einige Bunker sind bewohnbar, in anderen haben junge Menschen die Möglichkeit laut Musik zu machen“, sagt Zapf. Solche und ähnliche Projekte sollen die Gegend wieder aufleben lassen.
Ein Beispiel schildert der Stadtführer, als die Gruppe vor dem Schuppen eins stehen bleibt. Das 450 Meter lange Gebäude soll in Büro- und Wohnflächen umgebaut werden. Was daran so besonders ist, wird erst klar, wenn man das Gebäude in seiner ganzen Länge betrachtet. Um nicht eine Vielzahl von Fahrstühlen einbauen zu müssen, soll es nur an beiden Seiten einen geben, der dafür aber das ganze Auto hinaufbefördert. So soll man bequem bis zur Wohnungstür fahren können. „Und die Wohnungen sind schon fast alle weg“, sagt Zapf.
Während der Führung können viele verschiedene Architekturstile bewundert werden. So ist das Gebäude der Hafenverwaltung noch gut erhalten - bis auf das Dach, das wurde im Krieg zerstört. Und gleich nebenan wurde in den 1970er Jahren ein Neubau angeschlossen.
Gleich gegenüber ist der Großmarkt, der für die Flughafenerweiterung hierher umziehen musste. Er steht nun dort, wo vorher das Hafenbecken zwei war. Nur noch ein kleiner dreieckiger Tümpel erinnert daran.
Einen alten Seenotretter „SAR“ (Search and Rescue) der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger gibt es ebenfalls zu bestaunen. Die Gesellschaft mit Hauptsitz in Bremen finanziert sich aus Spenden. Auch im Rathaus im Senatssaal steht ein kleines Schiffchen, in das Spenden eingeworfen werden können. „Früher war es so, dass jeder, der ein unflätiges Wort sprach, fünf Mark einwerfen musste. Es gab einige Sitzungen, da wurden drei Schiffchen benötigt“, sagt Zapf schmunzelnd.
An der Rolandmühle, dem früher höchsten Speicher Europas endet die Führung. Mit einem letzten Blick auf den Hafen verabschiedet sich die Gruppe und freut sich nach dem weiten Fußmarsch auf die bequemen Straßenbahnsitze.





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