Zwar ist es nicht endgültig geklärt, aber Linguisten gehen davon aus, dass es etwa 6.500 verschiedene Sprachen weltweit gibt. „Die Sprachen sind ein wichtiger Teil der menschlichen Kultur, den es zu erhalten und zu erforschen gilt“, sagt Professor Hans Krings von der Bremer Universität.
Er ist wissenschaftlicher Direktor des Fremdsprachenzentrums und hatte die Idee zu der Pyramide. „Sie soll zeigen, wie groß die Sprachenvielfalt auf der Erde ist und die Menschen dazu animieren, fremde Sprachen zu lernen“, sagt Krings. Dies sei besonders wichtig, da Experten davon ausgehen, dass in etwa 90 Prozent der Sprachen die kommenden beiden Generationen nicht überleben werden. „Das würde bedeuten, dass etwa nur der obere Kasten der Pyramide übrig bleiben würde“, verdeutlicht Krings.
Planung und Bau der Pyramide haben insgesamt mehrere Monate gedauert. Viele Sponsoren und freiwillige Helfer unterstützten das aufwendige Projekt. Sie besorgten das Holz, schnitten es zurecht, bauten ein Tragwerk für die Pyramide, beschrifteten die einzelnen Klötze und montierten sie schließlich mithilfe von 15.000 Schrauben an der Pyramide.
Leon, Niklas und Frederik aus der 4b der Schule am Baumschulenweg haben in den vergangenen Wochen mehr als 300 der etwa ziegelsteingroßen Holzklötze beschriftet. „Von den meisten Sprachen hatte ich noch nie was gehört, da war zum Beispiel auch eine Sprache dabei, die hieß Chicago“, erzählt Niklas. Er selbst spricht ein wenig Englisch und natürlich Deutsch.
Sein Freund Leon spricht noch eine andere Fremdsprache: „Ich kann jugoslawisch, aber eigentlich kann ich nur sagen: Hallo, ich heiße Leon“, erzählt der Junge. Das durfte er dann aber gleich einmal den vielen Zuschauern bei der Einweihung beweisen. Gemeinsam mit etwa 20 anderen Kindern, die eine Fremdsprache beherrschten, durfte Leon ans Mikro treten und ein paar Wörter in seiner Sprache sagen. Das fand er sehr aufregend.
Die meisten anderen Kinder waren aber eher aus einem anderen Grund nervös. Werderstar Naldo hatte sich für die Eröffnung der Sprachenpyramide angesagt. Und plötzlich war er da – ganz frisch vom Nachmittagstraining. Geduldig gab der Brasilianer Autogramme und beantwortete die Fragen der Journalisten – passend zur Veranstaltung auf Portugiesisch und Deutsch. Er finde, dass die Sprachenpyramide eine tolle Möglichkeit sei, die Wichtigkeit der verschiedenen Sprachen in der Welt zu verdeutlichen, sagte der Sportler. Das sei insbesondere für Kinder wichtig. Schließlich durfte Naldo den allerletzen Holzklotz der Pyramide einsetzen – natürlich den portugiesischen.
Die Sprachenpyramide steht noch bis zum 18. Oktober vor dem Universum. Dann muss sie wieder abgebaut werden. Bisher ist noch nicht geklärt, ob es einen neuen Standort geben wird.
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