Bremen. Benjamin von Blomberg, der die Bremer Schauspielsparte übernimmt, kam 2006 fest ans Thalia Theater in Hamburg, wo auch Michael Börgerding tätig war. Der künftige Intendant des Bremer Theaters stellte nun sein Leitungsteam vor. Das Bremer Musiktheater wird künftig von Benedikt von Peter geleitet, der in der Oper auch Regie führen wird. Im vergangenen Jahr hat er für seine Inszenierung der "Intolleranza 1960" in Hannover den Theaterpreis Faust erhalten. Benedikt von Peter ist bekannt für eigenwillige, mutige Aufführungen, wie die hochgelobte "Traviata", die er ebenfalls in Hannover gemacht hat.
An der Spitze des Moks wird weiterhin Rebecca Hohmann stehen. Dass Samir Akika die Tanzsparte übernimmt, war schon vorab durchgesickert (wir berichteten). Er bringt acht Tänzerinnen und Tänzer mit, das Ensemble wird komplett ausgetauscht. Bislang gab es dort zehn Stellen. Dafür werden Monika Gintersdorfer und Knut Klaßen, die ursprünglich aus dem Theater kommen, mit ihrem Team als Gäste die Tanzsparte bereichern. Sie sollen in zwei Jahren sechs Produktionen beisteuern. Michael Börgerding betont, dass im Bereich Tanz nicht gespart werde, im Gegenteil, es entstünden zusätzliche Kosten.
Kein Wechsel bei den Sängern
Über die Spielplangestaltung möchte der künftige Intendant erst im April sprechen. Dafür verriet er schon einige Regisseure, die in Bremen arbeiten werden. Zum Beispiel Klaus Schumacher, der frühere Leiter des Moks, der mittlerweile das Kinder- und Jugendtheater des Hamburger Schauspielhauses führt und dort auch auf der großen Bühne überzeugende Inszenierungen gezeigt hat. Für das Schauspiel hat Börgerding zudem Alexander Riemenschneider ausgewählt. In der Oper wird Sebastian Baumgarten arbeiten. Er hat im vergangenen Jahr den "Tannhäuser" in Bayreuth inszeniert und arbeitete an der Komischen Oper in Berlin. Außerdem ist mit Nicolas Stemann zu rechnen.
Bei den Sängerinnen und Sängern wird es laut Michael Börgerding wohl keine Wechsel geben. Das sieht im Schauspiel anders aus: Rund Zwei Drittel der Akteure müssen gehen. Samir Akika bringt wie gesagt für das Tanztheater sein eigenes Team mit. Alle Spartenleiter außer Rebecca Hohmann verlassen zum Ende der Saison das Haus.
Michael Börgerding geht davon aus, in den nächsten fünf Jahren etwa 15 bis 18 Stellen im nicht-künstlerischen Bereich streichen zu müssen. Es wird keine Kündigungen geben. Sein Etat beträgt rund 26 Millionen Euro pro Jahr, Tarifsteigerungen werden bis 0,9 Prozent ausgeglichen. Dass der technische und handwerkliche Bereich mittlerweile knapp besetzt ist, wird sich auf die Produktionen auswirken. Es fehle schlicht das Personal und das Geld, im Schauspielhaus für acht Produktionen pro Saison aufwendige Bühnenbilder auf- und abzubauen, sagt Börgerding. Deshalb soll das Schauspielhaus auch zu einer Art Arena umgebaut werden, wo die Aufführungen mit einfachen Mitteln gezeigt werden können. Börgerding will dort ein junges und schnelles Theater verwirklichen, das auf aktuelle Themen reagiert. Ein Schwerpunkt seiner Intendanz wird es sein, junge Menschen ins Haus zu holen.


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