Mit seinen radikalen politischen Ansichten war der österreichische Künstler Hundertwasser (1928-2000) seiner Zeit weit voraus. Heute ist der Öko-Aktivist aktueller denn je. Einen neuen Blick auf seine Werke will die Bremer Kunsthalle in diesem Jahr mit einer großen Sonderausstellung ermöglichen. Diese wird neben den Meisterwerken auch zahlreiche frühe und weniger bekannte Arbeiten zeigen.
Die im Oktober beginnende Schau "Friedensreich Hundertwasser: Gegen den Strich. Werke von 1940-1970" gehöre zu den Höhepunkten 2012, sagte eine Sprecherin des Museums am Freitag. Im März widmet sich das Haus zunächst seiner eigenen Albrecht Dürer-Sammlung, die vor dem Zweiten Weltkrieg als eine der bedeutendsten galt. Viele in den Kriegsjahren verloren gegangene Zeichnungen und Aquarelle kehrten inzwischen auf abenteuerliche Weise wieder zurück, andere blieben verschollen.
Im selben Monat wird die Kunsthalle zum Start des Bremer Tanz-Festivals rund 70 thematisch passende Werke von Künstlern wie Edgar Degas, Auguste Rodin, Henri de Toulouse-Lautrec, August Macke und Max Beckmann zeigen. Auch die moderne Kunst ist diesem Ausstellungsjahr vertreten. Eine Retrospektive widmet sich ab Juni der amerikanischen Künstlerin und Filmemacherin Lynn Hershman Leeson, die sich in ihren Arbeiten mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen wie Privatsphäre, Geschlechterrollen und Identität befasst.
Den Sommer über können Besucher außerdem einen Überblick über die Sammlung bekommen, die mehr als 600 Jahre Kunstgeschichte umfasst. Im Erdgeschoss werden die Bestände von 1945 bis heute zu sehen sein, darunter gut bekannte und selten gezeigte Werke. Dazu gehören auch einige Neuerwerbungen, die bisher noch nicht ausgestellt wurden. (dpa)


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