In ihrem autobiografischen Roman beschreibt Adriana Altaras ihr ganz normales chaotisches und unorthodoxes Leben in Berlin. Mit zwei fußballbegeisterten Söhnen, einem westfälischen Ehemann, der ihre jüdischen Neurosen stoisch erträgt, und mit einem ewig nörgelnden, stets liebeskranken Freund, der alle paar Monate verkündet, endlich auswandern zu wollen. Alles läuft bestens, bis ihre Eltern sterben und sie eine Wohnung erbt, die seit 40 Jahren nicht mehr ausgemistet wurde. Fassungslos kämpft sich die Erzählerin durch kuriose Hinterlassenschaften, bewegende Briefe und uralte Fotos. Dabei kommen nicht nur turbulente Familiengeheimnisse ans Tageslicht. Auch die Toten reden von nun an mit und erzählen aus dem Jenseits ihre eigenen Geschichten. Ein zentrales Thema bleibt trotz vieler komischer Momente die nationalsozialistische Vernichtungspolitik und der Kampf der Familie um den enteigneten Besitz. Ein Buch, das die Suche nach der Verwandtschaft in aller Welt und nach der eigenen Geschichte mit dem Kampf gegen das Vergessen vereint.
Adriana Altaras wurde 1960 in Zagreb/Kroatien geboren. 1964 zog sie nach Italien um. 1979 bis 1983 studierte Sie an der Hochschule der Künste in Berlin. Dort machte sie ihren Abschluss als diplomierte Schauspielerin. 1984 absolvierte sie ein Aufbaustudium an der New York University, theatre wing. 1984 gründete sie mit anderen das Off-Theaters „Zum Westlichen Stadthirschen“ in Berlin. Dort war sie als als Autorin, Schauspielerin und Regisseurin bis 1991 tätig. Ab 1992 dozierte sie Schauspiel an der Hochschule der Künste in Berlin. Später arbeitete Sie an der Shoah Foundation von Steven Spielberg mit, deren Ziel es ist, Zeitzeugenberichte von Holocaust-Überlebenden aufzunehmen und öffentlich zugänglich zu machen. 2002 leitete sie die Jüdischen Kulturtage in Berlin (kmö).
Die Buchvorstellung findet in Kooperation mit dem Verein „Erinnern für die Zukunft“ und der Landeszentrale für politische Bildung Bremen statt. Beginn ist am Montag, 6. Februar, um 19 Uhr im Wall-Saal der Zentralbibliothek, Am Wall 201. Besucher werden gebeten, den Zugang Am Wall zu benutzen. Der Eintritt ist frei.


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