Der 16-jährige Max Lange (Vincent Göhre) hat es nicht leicht. Er lebt mit seiner psychisch schwer gestörten Mutter und seinem hilflosen Vater in einem hermetisch von der Außenwelt abgeschotteten Haus. Sein einziger Freund ist Jure Tomic, der die Tankstelle gegenüber besitzt, und mit dessen Hund Max häufig spazieren geht. Eines Abends findet er Tomic erschossen im Verkaufsraum der Tankstelle. Max´ Mutter Sylvia steht dem Toten gegenüber, die Waffe in der Hand...
In dem neuen Radio-Bremen-Tatort „Ordnung im Lot“ (12. Februar, ARD, 20.15 Uhr) konzentrieren sich Hauptkommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel) und ihr Kollege Stedefreund (Oliver Mommsen) bei der Spurensuche auf die Familien Lange und Tomic. Das Regie- und Drehbuch-Doppel Claudia Prietzel und Peter Henning hat ein dichtes Kammerspiel entworfen, das geschickt dosiert immer mehr Einzelheiten über die beiden Familien enthüllt.
Kaum hat man Sylvia Lange (Mira Partecke), deren Welt aus esoterisch angefütterten Wahnvorstellungen besteht, in Verdacht, schlägt das Drehbuch eine Volte. Denn es gibt Hinweise darauf, dass die aus Kroatien stammenden Tomics in dubiose kriminelle Machenschaften verstrickt sind. Ist Erpressung das Motiv für den Mord?
Thematisch und optisch spielt der Film immer wieder mit tradierten Bildmustern: Der vermeintliche Erpresser ist im Halbdunkel und Profil am Telefon zu sehen. Und dann spricht er auch noch diese fremde Sprache – die Krimi-Mode der vergangenen Jahre, in denen die Spur gerne mal ins finstere Osteuropa wies, wird hier bewusst zitiert. In „Ordnung im Lot“ sollte der Zuschauer besser gar nicht erst anfangen, in solchen Klischees zu denken. Auf Hut sein - genau wie Inga Lürsen – muss er auch gegenüber den vermeintlich nutzlosen Brabbeleien Sylvia Langes. Auch bei ihren irre klingenden Andeutungen handelt es sich eigentlich nur um eine andere Sprache, die die Hauptkommissarin zu deuten lernt.
Die verwickelte Geschichte löst sich schließlich überraschend in zwei Verzweiflungstaten auf, die irgendwie auch positiv enden. Es handelt sich allerdings um relative Happy Endings, wie sollte es bei diesem Tatort auch anders sein.





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