Sabine Postel im WESER-KURIER Interview

 - 08.02.2012

Bremer Tatort-Kommissarin feiert Jubiläum

Von Elina Hoepken
Bremen. Am Sonntag bestreitet Radio Bremen einmal mehr eine Folge der ARD-Fernsehkrimireihe „Tatort“. „Ordnung im Lot“ ist gewissermaßen eine Doppeljubiläumsfolge. Dies deshalb, weil Sabine Postel darin zum 25. Mal als Kommissarin Inga Lürsen ermittelt, Oliver Mommsen zum 20. Mal als ihr Kollege Nils Stedefreund. Dieses Mal muss das Ermittlerteam den rätselhaften Tod eines Tankstellenbesitzers aufklären. Dabei scheint eine psychisch instabile Frau eine entscheidende Rolle zu spielen. Im WESER-KURIER Interview spricht Sabine Postel über den Jubiläumsfall gesprochen, über die Zukunft von Inga Lürsen – und über die launige „Tatort“-Konkurrenz aus dem westfälischen Münster.
Sabine Postel (rechts) als Kommissarin Inga Lürsen im neuen "Tatort", der am Sonntag ausgestrahlt wird.
Sabine Postel (rechts) als Kommissarin Inga Lürsen im neuen "Tatort", der am Sonntag ausgestrahlt wird.

Die Bremer Beiträge zur „Tatort“-Reihe widmen sich auffällig häufig politischen Themen. „Ordnung im Lot“ stellt allerdings eher einen privaten Fall dar. Wie wichtig ist es Ihnen, einen solchen Themenmix zu praktizieren?

Sabine Postel: Wir haben ja nur zwei Fälle im Jahr, weil wir in Bremen ein recht kleiner Sender sind. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, einmal im Jahr einen Fall mit einem sozialkritischen Thema zu machen, bei dem wir den Finger in die Wunde legen. Der andere Fall ist dann mehr oder weniger so etwas wie ein Privatthema. „Ordnung im Lot“ fällt ein bisschen in die Kategorie privat, wobei das Krankheitsbild der Frau etwas ist, was uns leider auch in der Gesellschaft mehr und mehr beschäftigt. Es ist verquickt mit Depressionen und Burnout. Das ist etwas, was nicht mehr nur den Tatbestand des Privaten erfüllt, sondern mittlerweile fast flächendeckend ein soziales Problem darstellt.

Sie versuchen also mit dem Bremer „Tatort“ den Finger in Wunden zu legen. In provozierender Absicht?

Das ist nicht das hauptsächliche Ziel.Wir haben gerne kritische Themen. Die müssen aber immer spannend erzählt sein. Es nützt ja nichts, wenn man mit erhobenem Zeigefinger dasteht und die Leute sich langweilen. Letztlich ist es so, dass die fast inflationäre Fernseh-Krimilandschaft hierzulande einen auch verstärkt dazu drängt, dass man eine Position findet. Wir haben da unsere Nische gefunden, indem wir uns an Themen die Zähne ausbeißen, an die sich andere nicht so dranwagen.

Warum ist Ihrer Meinung nach die „Tatort“-Reihe in dieser „inflationären Krimilandschaft“ ein Format, das schon über so viele Jahre sehr beliebt ist?

Ich habe da eine ganz einfache Lösung. Ich glaube, die Welt ist mehrheitlich schlecht und wir werden ständig mit irgendwelchen fürchterlichen Nachrichten konfrontiert. Und der Zuschauer am Sonntagabend hat einfach eine Sehnsucht, dass sich irgendwo doch wieder alles regelt und dass es eine Lösung gibt. Die Guten sollen die Bösen besiegen. Und das garantiert der Tatort. Ich kann mich, egal wie schlimm es da zugeht, beruhigt im Sessel zurücklehnen, weil ich weiß, ich kann selig in den Montag schlafen, denn die Bösen werden bestraft.

Bei so unterschiedlichen Krimis, die hierzulande im Fernsehen zu sehen sind, stellt sich die Frage, ob ein Bremer „Tatort“ überhaupt ein Alleinstellungsmerkmal beanspruchen darf.

 

Was wir uns auf die Fahne geschrieben haben, ist zunächst einmal Qualität. Der „Tatort“ ist einfach insgesamt eine Königsklasse. Somit findet alles, was wir und auch die Kollegen machen, auf einem hohen Niveau statt. Jeder Tatort-Kommissar versucht aber natürlich, für sich eine Ecke zu finden, wo ein Wiedererkennungswert da ist. Viele erzählen Geschichten, die einen sehr hohen Privatanteil haben, wie zum Beispiel Frau Furtwängler. Da steht die Figur im Mittelpunkt. Bei uns ist es der Fall.

Warum landet dann Ihrer Meinung nach beispielsweise der „Tatort“ aus Münster regelmäßig auf Platz eins der beliebtesten Folgen, nicht aber das brav auf seine Fälle konzentrierte Bremer Team?

Der Münsteraner „Tatort“ sticht einfach sehr hervor in der regional gefärbten „Tatort“-Landschaft. Er läuft zwar unter dem Label „Tatort“, aber er ist in seiner Machart und Haltung etwas anderes. Er legt nicht so viel Wert auf realistische Erzählweise, sondern mehr auf die humoristischen Aspekte. Wir in Bremen haben mittlerweile auch etwa neun Millionen Zuschauer.

Der neue „Tatort“ ist für Sie ein kleines Jubiläum, nämlich Ihre 25. Folge. Inwieweit haben Sie in den vergangenen Jahren Einfluss auf die Entwicklung Ihrer Figur nehmen können?

Mitentwickelt habe ich die Figur vor allem in den Anfängen, als sie kreiert wurde.Ulrike Folkerts war ja bis dahin die einzige weibliche Kommissarin. Sie musste damals alles sehr männlich spielen, damit sie sich überhaupt behaupten konnte. Deshalb sollte Inga Lürsen ganz anders werden: weicher, mütterlicher und mehr mit weiblicher Intuition. Außerdem war ich ja auch nicht der kämpferische Judotyp. Durch die Serie „Nicht von schlechten Eltern“, die ich vorher gemacht habe, steckte ich ein bisschen in der „Mutterschublade“. Deshalb wollte ich aber auch, dass die Figur Ecken und Kanten hat. Ich wollte auf keinen Fall eine gute Mutter sein.

Was würden Sie sich persönlich für Ihre Rolle für die nächsten 25 „Tatort“-Folgen wünschen?

Ich würde mir einfach wünschen, dass es noch möglichst lange so weitergeht. Es werden ja im Moment sehr viele Kollegen ausgetauscht und es finden ständig Wechsel statt. Für Inga Lürsen selbst sind noch viele Optionen offen. Schön wäre es natürlich, wenn nochmal ein anderer Privatstrang geöffnet wird. Ihre einzige Bezugsperson ist ja momentan Nils Stedefreund und mit ihm hat sie ja hauptsächlich berufliche Auseinandersetzungen.






Finden Sie Artikel aus Bremen

  • Vahr
  • Alte Neustadt
  • Überseestadt
  • Findorff-Bürgerweide
  • Ohlenhof
  • Peterswerder
  • Huchting
  • Blockdiek
  • Grolland
  • Neustadt
  • Hohentor
  • Hohweg
  • Neuenland
  • Mahndorf
  • Weidedamm
  • Seehausen
  • Neue Vahr Südwest
  • Östliche-Vorstadt
  • Mitte
  • Hastedt
  • Sebaldsbrück
  • Steffensweg
  • Arsten
  • Ellenerbrok-Schevemoor
  • Neustädter Hafen
  • Bremen
  • Ostertor
  • Schwachhausen
  • Blockland
  • Arbergen
  • Gröpelingen
  • Horn-Lehe
  • Strom
  • Utbremen
  • Radio Bremen
  • Mittelshuchting
  • Rablinghausen
  • Fesenfed
  • Kattenturm
  • Neu-Schwachhausen
  • Gete
  • Industriehäfen
  • Borgfeld
  • Lindenhof
  • Hemelingen
  • Buntentor
  • Hohentorshafen
  • Oberneuland
  • Sodenmatt
  • Häfen
  • Osterfeuerberg
  • Findorff
  • Pusdorf
  • Osterholz (Stadtteil)
  • Altstadt
  • Steintor
  • Gartenstadt Süd
  • Riensberg
  • Ellener Feld
  • Lehe
  • Bahnhofsvorstadt
  • Obervieland
  • Huckelriede
  • In den Hufen
  • Horn
  • Lehesterdeich
  • Kirchhuchting
  • Gartenstadt Vahr
  • Oslebshausen
  • Regensburger Straße
  • Woltmershausen
  • Habenhausen
  • Neue Vahr Nord
  • Bürgerpark
  • Hulsberg
  • Hafen
  • Kattenesch
  • Neue Vahr Südost
  • Südervorstadt
  • Westend
  • Walle
  • Barkhof
  • Tenever
  • Östliche Vorstadt
  • In den Wischen

TOP in Bremen


Zukunft von Kleingärten

Ein Bremer Kleingartenverein wirbt um neue Mitglieder und bietet sogenannte Schnupperparzellen an. Was halten Sie von Kleingärten?

28% (118 Stimmen)
Eine Parzelle im Grünen ist ein guter Garten-Ersatz.
14% (61 Stimmen)
Ein Kleingarten ist mir zu anstrengend. Mir reichen Balkon und Park.
58% (246 Stimmen)
Eine Parzelle hätte ich gerne, aber ohne Vereinsmitgliedschaft.

Wetter - Donnerstag, 17. Mai

Temperatur:
12°C / 0°C
Vormittag: Regenschauer Nachmittag: Regenschauer
60%   Regenwahrscheinlichkeit:
Das Wetter wird präsentiert von

Innenstadtplanung in Bremen

Ob Umweltzone, Bahnhofsplatz, Klinik-Neubau oder die Neugestaltung des Lloydhofes - die Bremer Innenstadt verändert sich stetig. Die Berichterstattung rund um die Innenstadtplanung in Bremen sammeln wir in unserem Online-Dossier.

Aktuelle Ratgeber-Themen aus Bremen

Verbrauchertipps rund um Freizeit, Karriere und Leben in Bremen stellen wir hier regelmäßig zusammen.

Reise: Kinderpass rechtzeitig beantragen

Wohnen: So erhöhen Mieter die Wohnsicherheit

Benzinpreise: Kraftstoffe und Alternativen

Jobsuche: So bewerben Sie sich richtig

Internet: Datenschutz im Netz

Sparen: Rechner und Vergleiche

Stadtführungen durch Bremen

Bremen entdecken – sei es als Tourist beim ersten Besuch oder als Alt-Bremer, der seine Stadt einmal unter einem neuen Aspekt erkundschaften möchte. Wir stellen in unserer Serie verschiedene Stadtführungen vor, die nicht alltäglich sind. Kultur-Jogging im Hafen, Bremens Unterwelten oder Schätze im Bürgerpark - auf unserer Sonderseite finden Sie alle bisher erschienen Rundgänge.

Informationen zu Finanzen

Sport in Bremen

Hier gibt es die Sportmeldungen aus Bremen.

WESER-KURIER Kundenservice

Unsere Leser...

...schreiben im Forum
...kommentieren Artikel
Pizarro setzt im Duell seiner Ex-Vereine auf Bayern
novi_th am 17.05.2012
Wie auch immer: >"[...] ich möchte gegen Ende meiner Karriere noch einmal etwas anderes…
Gesundheit Nord sucht nach Ursache
Zwillingsoma am 17.05.2012
Ich habe mich bein einem der früheren Berichte auch gefragt, warum ein bei der Neueröffnung der…

Veranstaltungen

Suche nach Einträgen

Das Jugendportal des WESER-KURIER

Events, Partypics, Szene-News und mehr »

Tickets

Karten für Theater, Konzerte und andere Veranstaltungen gibt es in unserem Ticketshop. mehr »