Seit Jahren ist es ein einziges Hin und Her. Zwei Mal hat seit 2007 die Leitung des Packhaustheaters im Schnoor gewechselt. Im Sommer 2011 soll das Theater, das bisher Immobilien Bremen gehört, einen neuen Besitzer bekommen: Rolf Specht, Bauherr und Betreiber von Pflegeimmobilien, wird das Gebäude kaufen. Das wurde im Dezember 2010 bekannt. Specht ist unter anderem auch am Restaurant "Theatro", dem Hotel "ÜberFluss" und dem "Schuppen 1" beteiligt. Mit dem neuen Leiter kommt auch ein neuer Direktor. Dirk Böhling wird künftig die künstlerische Leitung übernehmen.
Wie es mit dem Packhaustheater jetzt weiter geht, wird sich im April zeigen. Dann will der neue Direktor Dirk Böhling ein Konzept zur Zukunft des Theaters im Schnoor vorstellen. Doch schon jetzt hat er einige Ideen verkündet: Die Bühne solle mit klassischen Komödien, gehobenen Boulevard-Stücken, Krimis und Kindertheater bespielt werden. Zudem plant der neue Hausherr Rolf Specht, im Obergeschoss eine "gehobene Gastronomie" anzubieten und Proberäume für die Musikhochschule einzurichten.
"Der Haushalt gibt das nicht mehr her"
Aber warum hat sich die Stadt überhaupt aus dem Packhaustheater zurückgezogen? "Das ist schon lange vollzogen", sagt Heiner Stahn, Pressesprecher des Kulturressorts. Bereits 2007 habe man im Kulturressort beschlossen, das Packhaustheater in private Trägerschaft zu geben. Man habe sich entschieden, keine Boulevard-Angebote mehr aus dem Kulturhaushalt zu finanzieren. Es gebe schließlich viele gute Angebote in rein privater Trägerschaft - etwa das Theaterschiff oder das neu eröffnete Varieté "Fritz" am Herdentorsteinweg, erklärt Stahn.
Bis zum Beginn des vergangenen Jahres habe es für das Packhaustheater von Seiten der Stadt eine Liquiditätssicherung gegeben. "Der Haushalt gibt es einfach nicht mehr her, dass wir Boulevard-Angebote bezuschussen", so Stahn. Das Packhaus habe zu den letzten Boulevardtheatern in Bremen gehört, die noch von der Stadt finanziert wurden. Aber natürlich freue sich niemand darüber, wenn man ihm die Zuschüsse streicht, ergänzt Stahn. Eine Wiedereröffnung der Spielstätte unter dem neuen Betreiber ist für Sommer diesen Jahres geplant.


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