14 Uhr: Die NPD-Kundgebung ist beendet, die Sitzblockade der Gegendemonstranten auch. Die Rechtsradikalen werden von der Polizei zu ihren Bussen und Zügen eskortiert. In der Neustadt sind einige Autos durch Steine- und Flaschenwürfe der Gegendemonstranten beschädigt worden.
13.10 Uhr: 200 Gegendemonstranten organisieren eine Sitzblockade auf den Gleisen am Neustädter Bahnhof.
13 Uhr: Die NPD hat ihre Demonstration beendet und versammelt sich zu einer Abschlusskundgebung am Neustädter Bahnhof. Mit dabei ist auch der Bundesvorsitzende Holger Apfel.
12.40 Uhr: Die Polizei schätzt die Lage als weitgehend ruhig ein: Die NPD-Anhänger marschieren durch die Neustadt, einige hundert Gegendemonstranten werfen vereinzelt Eier und Flaschen, können die Absperrungen aber nicht überwinden. Die Polizei gibt die Zahl der Gegendemonstranten mittlerweile mit insgesamt 4000 an.
12.20 Uhr: Die mittlerweile 185 NPD-Anhänger sind losgezogen und laufen direkt auf die Gegendemonstranten zu. Diese haben die NPDler umzingelt und werfen Gegenstände.
11.30 Uhr: Die Gegendemonstration ist offiziell beendet, doch immer noch versuchen einige, durch die Polizeiabsperrungen zu brechen. Die Polizei kann dies allerdings verhindern. Bisher haben die Beamten einen Gegendemonstranten festgenommen, 200 Autonome sind eingekesselt worden. Die bisher 50 NPD-Anhänger warten weiterhin auf Verstärkung aus anderen Städten.
10.45 Uhr: Ungefähr 40 Gegendemonstranten durchbrechen die Absperrungen und versuchen, zu der NPD-Kundgebung zu gelangen. Es gibt eine Sitzblockade. Die Polizei droht damit, härter durchzugreifen.
10.30 Uhr: Zwei Beamte werden bei Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten verletzt. Es kommt zu vereinzelten Rangeleien.
10.15 Uhr: Die Gegendemonstranten sind am Leibnizplatz angekommen - das Ende der Demoroute. Einige Demonstranten versuchen, durch die Absperrungen zu brechen. 50 NPD-Anhänger haben sich bisher in Bremen eingefunden, laut Polizei werden aber noch Busse unter anderem aus Dresden erwartet.
9.45 Uhr: Einige Gegendemonstranten brennen Feuerwerk ab. Die Polizei geht von vielen gewaltbereiten Gegendemonstranten aus.
9.30 Uhr: Die Polizei zählt 3800 Gegendemonstranten, darunter auch Bürgermeister Jens Böhrnsen und DGB-Chefin Annette Düring. Böhrnsen sagt: "Wir wollen ein Zeichen setzen."
Zum Hintergrund:
Die rechtsextremistische NPD darf von 10 bis 14 Uhr zwischen Bahnhof Neustadt und Langemarckstraße marschieren, zuvor Uhr zieht das Gegen-rechts-Bündnis "Keinen Meter" zum Leibnizplatz.
Um die erwarteten 250 NPD-Anhänger und rund 5000 Gegendemonstranten auseinanderzuhalten, setzt die Polizei unter anderem auf Straßensperren und Zugangskontrollen. Den Demonstranten beider Seiten gegenüber trete man "neutral und kooperativ" auf, bei Straftaten schreite man "konsequent" ein, sagte gestern der Einsatzleiter der Polizei Bremen.
Zur Unterstützung rücken 2000 Beamte aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, aus Schleswig-Holstein und von der Bundespolizei an. Ein Teil dieser Hundertschaften reist noch im Laufe des Tages weiter: In Hamburg könnte es zu Gewaltausbrüchen kommen, wenn die linke Szene heute und morgen gegen die Räumung des besetzten Kulturzentrums "Rote Flora" demonstriert. Aber auch in Bremen, etwa im Bereich der Sielwall-Kreuzung, sind Ausschreitungen zum 1. Mai nicht auszuschließen. Zumal SPD-Innensenator Ulrich Mäurer zur Demonstration gegen den NPD-Aufmarsch "300 bis 400 gewaltbereite Störer" erwartet. "Wir hoffen, dass unsere Maßnahmen am Vormittag greifen, sodass die in der Nacht keine Lust mehr haben", so ein Sprecher der Polizei.
Das Bündnis "Keinen Meter", ein Zusammenschluss von mehr als 100 Vereinen, Initiativen und Institutionen, bekräftigte gestern, es wolle den NPD-Aufmarsch aufhalten. Im Anschluss an die eigene Kundgebung um zehn Uhr auf dem Leibnizplatz werde es zu "mehreren Aktionen" kommen. "Wer körperlich fit ist, kann teilnehmen", sagte Bündnissprecherin Nina Neubauer, nannte aber keine Einzelheiten. Zugleich ließ sie Kritik am Vorgehen der Behörden erkennen: Sie habe den Eindruck, die Stadt wolle den NPD-Umzug unbedingt durchsetzen; dabei sei schon der Aufwand bei den NPD-Veranstaltungen an den vergangenen April-Wochenenden "lächerlich" gewesen. Bei Kundgebungen auf dem Domshof und in Gröpelingen hatten jeweils rund 15 Rechtsextremisten demonstriert - unter dem Schutz eines Vielfachen an Polizisten.
Die NPD erwartet zur heutigen Demonstration samt "Sozialkongress gegen den Raubtierkapitalismus" 250 Teilnehmer. Wahlkampfleiter Jens Pühse sagte, für ihn sei es "selbstverständlich, dass die Polizei den Weg frei macht". Es gleiche aber keiner Niederlage, werde die NPD-Anhängerschaft nicht durchgelassen. Dann zeige sich, "dass Recht haben und Recht bekommen zwei unterschiedliche Sachen sind". Und damit will es die rechtsextremistische Partei heute offenbar genau nehmen: Auf ihrer Internetseite veröffentlichte sie Auszüge aus den Verwaltungsauflagen für die Demonstration. Demnach sind Springerstiefel und "Bomberjacken in allen Farben" untersagt worden.
Zeitgleich zu den Kundgebungen in der Neustadt ist die Bremer Polizei auch in der Nähe des Hauptbahnhofs gefordert. Die Rockerbande "Hell's Angels" trifft sich dort zu einem "Memorial Run", zu einer Ausfahrt zum Gedenken an verstorbene Mitglieder. Im vergangenen Jahr kam es dabei zu zwei Großeinsätzen der Polizei. Unter anderem durchsuchten Spezialkräfte die "Hell's Angels"-Clubräume nach Waffen und Drogen. Die Beamten stellten Messer, Äxte, Schlagstöcke und Baseballschläger sicher. Ein Polizeisprecher kündigte an, auch diese Veranstaltung werde die Polizei "überwachen".
Die Bremer Polizei hat ein Bürgertelefon geschaltet: Bis 18 Uhr kann man sich unter der 362-3895 über die Demonstration und die Verkehrssituation informieren.











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