Im Umschlag mit Briefwahlunterlagen für stadtbremische Wählerinnen und Wähler, so heißt es, seien Stimmzettel mit den Direktkandidaten aus dem anderem, in diesem Falle dem falschen Wahlkreis Bremen Nord/Bremerhaven enthalten. Wer in Bremen-Stadt auf dem Stimmzettel beispielsweise den SPD-Bewerber Carsten Sieling oder die CDU-Bewerberin Rita Mohr-Lüllmann erwarten konnte, der bekam den Genossen Uwe Beckmeyer oder den Christdemokraten Bernd Neumann präsentiert. Beide ringen allerdings im benachbarten Bremer Wahlkreis um ein Direktmandat.
Der Leiter des Statistischen Landesamtes, Jürgen Wayand, war gestern überrascht, als er auf Irrläufer angesprochen wurde. Fehler seien nie ganz ausgeschlossen – falls Briefwahlunterlagen nicht zum Wahlkreis der Empfänger passten, dann, so sein dringender Appell, sollten sich die Betroffenen schnell in seinem Amt melden, um das Problem beheben zu können.
Folgt man den aktuellen Hinweisen, dann ist das Problem mit den unpassenden Briefwahlunterlagen im Gebiet Horn-Lehe aufgefallen – und zwar demnach nicht als Einzelfall. Die grünen Spitzenkandidatin Marieluise Beck war darauf aufmerksam gemacht worden, als sie in der Innenstadt unterwegs war, um Wahlplakate zu kleben. Da wurde sie mit dem Tenor „womöglich haben Sie ja noch einen Wiederholungswahlkampf vor sich“ angesprochen. Schließlich gebe es Probleme in Horn, die gelöst werden müssten, damit nicht am Ende die Bundestagswahl in der Region Bremen angefochten werden könne. Auf Nachfrage habe sie erfahren, dass Briefwahlunterlagen mit Stimmzetteln für den Wahlkreis Bremen II (Nord/Bremerhaven) im Wahlkreis Bremen I (Bremen-Stadt) verschickt worden seien.
Die Bundestagabgeordnete nahm die Kritik auf und bat ihren Gesprächspartner darum, den Fall in einer E-Mail an die Grünen nochmal genau zu schildern. Gesagt, getan. Auf dieser Grundlage wird in der Parteizentrale recherchiert.
Marieluise Beck war in den vergangenen Jahren mehrfach selbst als Wahlbeobachterin der OSZE unterwegs – unter anderem in Russland und Herzegowina. In der vergangenen Woche hatte sie in Bremen einen Termin mit den beiden OSZE-Vertretern Samadjon Mukhamedov und Aleksandr Novakoski, die zu der 12-köpfigen Delegation gehören, die auf Einladung der Bundesregierung die Bundestagswahl am 27. September begleiten. Marieluise Beck: „Ich habe sie auf mögliche Probleme mit der Briefwahl in Bremen aufmerksam gemacht.“



Regenwahrscheinlichkeit:

