"Pappnasenloske“, wie die Mitglieder der Bürgerinitiative den gefälschten Senator nannten, konnte mit dem Begriff "Wald" nichts anfangen und fand die Interessen der Bauwirtschaft wichtiger als die der Bürger. Am Ende des fiktiven Interviews sägten Mitglieder der Initiative an Loskes Stuhl und brachten ihn damit zu Fall. Und das nicht nur im übertragenden Sinn.
„Der Ersatz-Loske musste den echten Senator Loske ersetzen, weil dieser heute keine Zeit hatte“, sagt Iris Urbschat, Mitinitiatorin der Bürgerinitiative „Kleiner Stadtwerderwald“. „Wir führen am Freitag ein Gespräch mit Senator Loske. Das wird allerdings nicht öffentlich stattfinden.“
Die Aktivisten wollten mit der Interview-Aktion vor der Bremischen Bürgerschaft auf ihre Anliegen aufmerksam machen und neue Mitglieder für ihre Initiative gewinnen. „Außerdem wollen wir die Ignoranz von Reinhard Loske verdeutlichen. Der hat nicht einmal mit Wiederstand aus der Bevölkerung gegen sein Vorhaben gerechnet“, erzählt Iris Urbschat.
Die Bürgerinitiative „Kleiner Stadtwald“ kämpft nicht gegen das bereits beschlossene Neubaugebiet Stadtwerder, sondern gegen die geplanten Sichtachsen, die den zukünftigen Bewohnern einen Blick auf den Werdersee gewähren sollen. „Durch die Sichtachsen müssen viele Bäume gefällt werden. Eulen, Fledermäuse und andere Tiere werden so aus ihrem Lebensraum vertrieben“, meint Iris Urbschat.
Darüber hinaus kritisiert die Initiative das Vorgehen der Politik, die bei der Planung der Sichtachsen viele Gesetze ignoriert und schriftliche Versprechen gebrochen habe. „Uns werden viele Informationen vorenthalten, die uns vorher schriftlich zugesagt wurden“, sagt die Mitinitiatorin. „Außerdem hat die Behörde die Bebauung der Sichtachse mit Investoren vertraglich geregelt ohne den Grünflächeneingriff vorher auf Vermeidbarkeit oder Minimierung zu prüfen, wie es das Gesetz vorschreibt.“
Die Initiatoren sehen durchaus eine gute Chance, den Bau der geplanten Sichtachsen noch abzuwenden. „Reinhard Loske kann die Pläne noch zurücknehmen“, sagt Urbschat. „Der öffentliche Widerstand gegen die Baupläne des grünen Senators ist sehr groß und wächst sogar noch.“
Über 100 Bremer seien in der Initiative organisiert und es würden jeden Tag mehr. „Wir merken immer wieder, dass die Bürger von dem Bauvorhaben des grünen Senators enttäuscht sind. Viele wollen in Zukunft nicht mehr die Grünen wählen“, sagt Iris Urbschat.


Regenwahrscheinlichkeit:

