45 Millionen Euro kann das Jobcenter in diesem Jahr ausgeben, um Hartz-IV-Empfänger fit für den Arbeitsmarkt zu machen – zum Beispiel mit Fort- oder Weiterbildungen, Trainingsmaßnahmen oder Ausbildungen in Teilzeit. 2011 waren es noch rund 52,5 Millionen. Die Mittel kommen von der Bundesagentur für Arbeit, die in diesem Jahr deutlich weniger Geld für diese so genannten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen ausschüttet.
Helmut Westkamp, Geschäftsführer des Jobcenters Bremen, bedauert diese Kürzung – auch mit Blick auf die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt: „Auf der einen Seite gibt es einen Fachkräftebedarf und auf der anderen Seite viele langzeitarbeitslose Menschen. Die Herausforderung für das Jobcenter Bremen ist das passgenaue Aktivieren und Qualifizieren der Zielgruppe."
Zahl der Hartz-IV-Empfänger nahezu konstant
Grund für die Kürzung sind unter anderem die gesunkenen Arbeitslosenzahlen. Doch vom Aufwind auf dem Arbeitsmarkt profitiert Bremen nur bedingt: „Im Norden sinken die Arbeitslosenzahlen nicht so stark wie im Süden“, sagt Katrin Demedts, Sprecherin des Jobcenters Bremen. Hinzu kommt: Von der Erholung auf dem Arbeitsmarkt profitieren vor allem Empfänger von Arbeitslosengeld I, deutlich seltener dagegen die Bezieher von Arbeitslosengeld II, also Hartz IV. „Die Chance, dass jemand, der gerade seinen Arbeitsplatz verloren hat, einen neuen Job findet, sind nun mal deutlich größer als bei jemandem, der schon länger arbeitslos ist“, sagt Jobcenter-Sprecherin Demedts.
So ist in Bremen die Zahl der Arbeitslosen, die Hartz IV bekommen, nahezu konstant geblieben. Im Dezember 2010 waren es 22.658 Menschen, im Dezember 2011 zählte das Job-Center 22.624 Arbeitslosengeld II-Bezieher – und das trotz eines deutlich milderen und damit arbeitsmarktfreundlicheren Winters als im Vorjahr.
Für das Jobcenter Bremen sind die Konsequenzen klar. „Wir müssen noch genauer unter die Lupe nehmen, ob eine Maßnahme Sinn macht oder nicht“, sagt Katrin Demedts. Der Förderungsbedarf bei den Arbeitslosengeld-II-Beziehern sei ohnehin höchst unterschiedlich. „Da gibt es frischgebackene Studienabsolventen, die schon mit einem kurzen Kursus ihre Chancen am Arbeitsmarkt deutlich verbessern können, aber auch Menschen, die sich erst einmal daran gewöhnen müssen, pünktlich zu sein.“ Im Jobcenter Bremen hofft man nun, die Kürzungen bei den Fördermaßnahmen zumindest teilweise auffangen zu können – zum Beispiel durch engere Kooperationen mit Bremer Unternehmen.


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