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Jürgen Pohlmann selbst hat inzwischen Akteneinsicht bei der Stasi-Unterlagenbehörde beantragt. „Wenn ich diese Akten ausgewertet habe, werde ich mich weiter zu den Vorwürfen äußern“, kommentierte der 55-Jährige gestern. Weitere Einlassungen machte er nicht. Auch von der SPD-Fraktion gab es gestern keine weitere Erklärung zum Fall Pohlmann. Dem Vernehmen nach hat sich Pohlmann inzwischen einen Anwalt genommen. Dieser Jurist, so war gestern zu hören, habe sich bereits mit ähnlichen Fällen befasst und auch schon Klageschriften gegen die Stasi-Unterlagenbehörde verfasst.
In der Bürgerschaft war der Fall Pohlmann auch gestern wieder eines der Themen, die abseits der Debatten im Plenarsaal auf den Fluren und an den Tischen diskutiert wurden. Medienberichten zufolge hatte der ehemaligen Personalsekretär der Bremer DKP Kontakte zu einer DDR-Sabotage-Truppe mit dem Namen „Gruppe Ralf Forster“. Diese konspirative Gruppe wurde 1969 von der SED-Parteiführung gegründet und bestand bis zum Zerfall der DDR 1989. Die Mitglieder der „Gruppe Ralf Forster“ wurden in der DDR für militärische Aktionen auf dem Gebiet der Bundesrepublik ausgebildet, zu ihren Aufgaben gehörten Sabotageakte, Sprengstoffanschläge und sogar das Liquidieren von Menschen.
In verschiedenen Akten der Stasi-Unterlagenbehörde waren Hinweise darauf aufgetaucht, dass Pohlmann von 1984 bis 1989 zu dieser „Gruppe Ralf Forster“ gehört haben könnte. Pohlmann bestreitet die Vorwürfe. Er sei Mitglied der DKP gewesen, das habe er nie verheimlicht, aber sei nie Mitglied der genannten Gruppe gewesen. Ob das stimmt, interessiert auch die Bremer Staatsanwaltschaft, die inzwischen ein Vorermittlungsverfahren eingeleitet hat.



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