Dazu soll es ein Beteiligungsverfahren geben, in das die Bürgerinitiative, die seit dem Sommer für den Erhalt der Bäume kämpft, mit einbezogen wird. Umweltsenator Reinhard Loske hatte angekündigt, die Entscheidung des Beirats zu akzeptieren.
Eine Bürgerinitiative kämpft gegen Sichtachsen auf dem Stadtwerder. Was meinen Sie?
Hintergrund der Auseinandersetzung um den Stadtwerderwald ist die Bebauung des Grundstückes rund um die umgedrehte Kommode. Der ursprüngliche Plan sah vor, vom neuen Wohngebiet Wege und zwei Sichtschneisen zur Weser anzulegen. Gegen diese Pläne protestiert seit August eine Bürgerinitiative. Sie kritisieren, dass durch Rodungsarbeiten der Tierwelt wichtige Nahrungsgrundlagen und der Innenstadt ein Teil seiner grünen Lunge geraubt werden. Befürworter der Sichtachsen halten diese für notwendig, um das neue Wohngebiet attraktiver zu gestalten und Wege- und Sichtbeziehungen zu anderen Ortsteilen herzustellen.
„Natürlich freuen wir uns über die Entscheidung des Beirats“, sagt Iris Urbschat von der Bürgerinitiative „Stadtwerderwald“. Zwar hätte man sich über eine endgültige Entscheidung mehr als über eine Vertagung gefreut. „Aber wir gehen davon aus, dass sich in drei Jahren immer noch genauso viele Menschen gegen die Abholzung engagieren wie in den letzten Monaten.“ Auf jeden Fall sei die jetzt getroffene Entscheidung ein Beleg dafür, dass sich Bürgerengagement lohne.
Der Beschluss, ein Moratorium zu beantragen, wurde von SPD und Grünen im Beirat getragen. „Wir haben uns schwer getan mit einer Entscheidung“, sagte Thorsten Dähn (Grüne). Beiratssprecherin Susanne Martens (SPD) sagte, dass die Mehrheit des Beirats es noch nicht notwendig finde, eine Entscheidung zu treffen, da die neuen Häuser noch nicht gebaut seien.
Die Bürgerschaftsfraktionen von SPD und Grünen lobten am Freitag die Entscheidung des Neustädter Beirats für ein Moratorium. Der grüne Fraktionschef Matthias Güldner sieht in dem Beschluss eine gute Möglichkeit, sich in den kommenden drei Jahren intensiv mit der Grünplanung zu befassen und die Meinungen verschiedener Gruppen zu berücksichtigen. Die baupolitische Sprecherin Karin Krusche (Grüne) will sich laut Pressemitteilung dafür stark machen, dass das Neubaugebiet auf dem Stadtwerder "eine hohe Akzeptanz im Stadtteil findet". Die SPD äußerte sich ähnlich. Beide Fraktionen kündigen an, das Thema auf die nächste Sitzung der Baudeputation zu setzen.


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