In Arsten, unweit der Arster Kirche, ist Bremen vor allem eines: grün. Das passt zu Lindas Partei, vor allem aber ist es eine passende Umgebung für Matti. Matti ist Lindas Pferd, seit drei Jahren ist sie seine stolze Besitzerin. Liebevoll klopft sie ihm auf den Rücken und schnallt den Sattel fest. Matti bleibt geduldig stehen. Er ist eine Konstante in ihrem Leben. Ihm muss sie nichts erklären, nicht um Standpunkte ringen. Ein Kommando genügt, und er galoppiert los, mit Linda auf dem Rücken quer durch die Arster Prärie, über Wiesen und Felder.
Linda reitet seit ihrem achten Lebensjahr – und anders als viele Mädchen hat sie auch nach dem „Wendy“-Alter nie das Interesse an Pferden verloren. „Die Euphorie ist zwar zwischendurch mal ein bisschen abgeebbt, aber dann kam ja Matti in mein Leben.“ Kann ich mir ein eigenes Pferd leisten? Habe ich genug Zeit für das Tier? Linda ist diese Fragen vor drei Jahren intensiv durchgegangen, als sie Matti zum Kauf angeboten bekam. Und sie kam zu dem Schluss: Das klappt. Und dass es auch weiterhin klappt, daran hat sie keinen Zweifel.
"Linda packt das"
So sehr sie auch über ihr Abgeordnetenmandat in der Bürgerschaft freut – eines steht für sie fest: „Ich werde Matti auf keinen Fall verkaufen.“ Schließlich ist die Arbeit im Parlament kein Vollzeit-Job – und sie hat, wenn man so will, schon Übung darin, ihre verschiedenen Interessen unter einen Hut zu bringen. Taff und engagiert wirkt sie – eben wie eine junge Frau, die weiß, was sie will. Politik, Studium, Volleyball, Reiten und Haustiere – für Linda ist das alles kein Widerspruch, im Gegenteil: „Es ist mir wichtig, einen Ausgleich zur Politik und zum Studium zu haben.“ Auch ihre langjährige Reit-Freundin Janine Schulz (25) ist sich sicher, dass es ihr gelingen wird, die Balance zwischen Politik und Privatleben zu halten: „Linda packt das.“
Wenn Matti losgaloppiert, rücken Ausschussaussitzungen und Hausarbeiten für Linda in weite Ferne. Leistungsdenken ist ihr beim Reiten fremd. Sie will keine Turniere gewinnen, keine Titel holen, einfach nur über die Felder reiten. Einfach nur die Freiheit spüren.