Luisa ist mit einer großen Tasche bepackt, als wir sie in der Bremer Staats- und Universitätsbibliothek treffen. In der Tasche: Bücher, Ordner, Schreibunterlagen. „Das Studium ist momentan der eigentliche Schwerpunkt meines Lebens“, sagt sie und steuert zielstrebig durch die Gänge mit den unzähligen Büchern. Ein Kommilitone winkt. Er ist wie Luisa im „Ring christlich-demokratischer Studenten“ (RCDS). „Das ist die einzige hochschulpolitische Organisation, die nicht links ist“, sagt Luisa.
Als jüngste Abgeordnete der Bremer CDU hat sie es an der Uni mit ihrer politischen Einstellung nicht immer leicht. „Ich bin bei mir im Studiengang Politikwissenschaften ein bunter Hund“, sagt Luisa und lacht. Die Mehrheit der Studierenden sei links eingestellt. Viele hätten irritiert reagiert, als sie mitbekommen haben, dass Luisa Mitglied der CDU ist und sich sogar für die Bürgerschaft aufstellen ließ. „Sie sind aber interessiert daran, wir kommen häufig ins Gespräch. Es gibt einen offenen Austausch“, sagt Luisa.
"Das darf nicht zur Nebensache werden"
Besonders jetzt in den Semesterferien verbringt Luisa viel Zeit an der Universität. „Ich muss Hausarbeiten schreiben und mich auf Prüfungen vorbereiten“, erklärt sie. Aber natürlich lerne sie nicht den ganzen Tag ohne Pause. Gerne geht sie ins Cafe oder in die Mensa. „Auf dem Campus kann man sich auch super sonnen, und es gibt günstige Sportkurse“, rät sie.
Wenn sie aber über den Büchern sitzt und sich durch trockene Theorie kämpft, dann sei die Verlockung groß, in der Politik praktisch zu arbeiten. „Da stecke ich natürlich auch viel Herzblut rein, aber mein Studium darf einfach nicht zur Nebensache werden“, sagt sie. „Ich brauche doch einen Abschluss mit guten Noten.“