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Ein großes Porträtfoto von Jens Böhrnsen und darunter als Botschaft: Jens Böhrnsen. Wohl dem, der es sich leisten kann, für seine Politik allein mit seinem Namen zu werben. Böhrnsen kann das seit seinen gelungenen Auftritten als Bundesratspräsident und amtierender Bundespräsident, und deshalb ist es folgerichtig, dass die Sozialdemokraten voll auf ihren Staatsmann setzen. Sie sind damit nicht die ersten: In Hamburg etwa schaffte es der damalige Bürgermeister Ole von Beust mit einem Slogan wie „Alster - Michel - Ole“ gar zur absoluten Mehrheit. In Bremen dürfte sogar noch weniger reichen, damit die SPD zumindest erneut stärkste Partei wird.
Überhaupt werden Köpfe angesichts des neuen Wahlrechts wichtiger als Überschriften. Die Wählerinnen und Wähler haben diesmal schließlich fünf Stimmen, die sie nach Belieben auf die Kandidaten verteilen können – und dafür ist entscheidend, dass sie mit den Namen auf den Listen überhaupt etwas anfangen können. Auch hier lohnt es sich, auf Hamburg zu gucken, das eine Wahl nach einem ähnlichen Verfahren bereits hinter sich hat. Dort haben eben jene Politiker gut abgeschnitten, deren Gesichter und Namen möglichst oft plakatiert worden waren (und jene, die auf den Wahlzetteln rechts oben standen, aber das ist ein anderes Thema). Davon dürften auch prominente Grüne wie Karoline Linnert und Reinhard Loske profitieren, die ebenfalls formatfüllend zu sehen sind, und natürlich Rita Mohr-Lüllmann, die Spitzenkandidatin der CDU. Ob die SPD sich mit Plakaten, auf denen mehrere Bewerber um die Bürgerschaft zugleich zu sehen sind, einen Gefallen tut, ist dagegen zu bezweifeln.
Wer nicht die Möglichkeit hat, sich allein sowohl gegen die innerparteiliche Konkurrenz als auch gegen jene vom politischen Gegner zu profilieren, wird es schwer haben. Es klingt so einfach, aber es ist so: Wer möglichst viele Stimmen haben will, sollte vor allem dafür sorgen, dass sein Gesicht in Kombination mit seinem Namen möglichst oft zu sehen ist. In diesem Fall heißt von Böhrnsen lernen, siegen lernen.
Der Zwang, Köpfe zu zeigen, birgt die große Gefahr in sich, dass Inhalte im Wahlkampf zu kurz kommen. Insofern machen die pfiffigen Slogans, die neben all den Gesichtern schon jetzt an den Straßen zu sehen sind, Mut. Beispiel gefällig? „Wir waren schon Biber-Fans. bevor es Justin gab“, schreiben die Grünen. Mehr davon!



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