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Die Geschichte mit dem Frosch ist schon beim Parteitag am Wochenende gut angekommen, und deshalb erzählt Philipp Rösler sie in Bremen gleich nochmal: Wirft man einen Frosch in heißes Wasser, so hüpft er sofort wieder heraus. Setzt man ihn dagegen in kaltes Wasser und erhöht langsam die Temperatur, dann wird er nichts merken und nichts machen. Und wenn er es merkt, dann ist es zu spät für den Frosch. So ähnlich sei das auch mit dem Verlust der Freiheit. Der Prozess hin zu immer mehr mehr Regulierung sei schleichend.
Ob eine Vorschrift für getrenntgeschlechtliche Toiletten in Bäckereien - auch so ein Beispiel aus seiner Parteitagsrede - oder eine Bremer Landesregierung, die die Menschen dazu bringen will, an einem Tag der Woche vegetarisch zu essen. Für Rösler sind das unnötige Bevormundungsversuche, und so ist er schnell beim Lieblingswort der Liberalen angelangt: „Freiheit“.
Auch bei Maßnahmen zur Terrorabwehr gelte es, genau hinzusehen, ob diese wirklich nötig seien. „Nicht jeder Zweck heiligt jedes Mittel“, sagt Rösler. „Denn irgendwann fällt der Zweck weg, aber das Mittel bleibt.“
Plädoyer für bessere Kinderbetreuung
Freiheit ist für ihn auch die Freiheit, Beruf und Familie miteinander zu verbinden: Deshalb macht er sich in seiner Rede für eine bessere Kinderbetreuung und flexible Arbeitszeiten in Unternehmen stark.
Die Forderung nach einem schnellen Atomausstieg sieht er indes skeptisch. Zwar habe auch er als zweifacher Vater sorgenvoll vor dem Fernseher gesessen, als die Bilder aus Fukushima über den Bildschirm flimmerten. Dennoch sei es wichtig, dass „Umweltverträglichkeit, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit in Einklang gebracht werden“.
Deshalb sei es wichtig, die Energiedebatte mit Verstand zu führen, auch im Hinblick auf die Klimaschutzziele. „Am Wettbewerb um den schnellsten Ausstieg beteiligen sich die Liberalen als einzige Partei nicht“, sagt Rösler, und nennt dafür auch wirtschaftliche Gründe: „Je schneller wir aussteigen, desto teurer wird am Ende die Energie.“
Bezüge zu Bremen
Immer wieder baut er in seine Rede aber auch Bezüge zu Bremen ein, erzählt von der Hachez-Schokolade, die er seinen Kindern mitbringen will, vom Jade Weser-Port und von der damit verbundenen Stärkung der regionalen Wirtschaft. Er erzählt von seinem Besuch des Bremer Luft- und Raumfahrtnehmens OHB in dieser Woche, und davon, dass er Bremen gern besucht, auch wenn es zu seiner Zeit als Wirtschaftsminister in Niedersachsen schwer gewesen sei, das zuzugeben, wie er schmunzelnd anmerkt.
Ohnehin wird schnell klar: Rösler ist ein humorvoller Redner, und wirkt weniger belehrend als sein Vorgänger Guido Westerwelle. Das bringt ihm beim Publikum Sympathien ein. Auch wenn seine Rede mehr auf liberale Grundhaltungen als auf konkrete Ziele für Bremen anspielt: Das Publikum bedenkt ihn am Ende mit lang anhaltendem Beifall.