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"Es ist schwer, heutzutage in der Landwirtschaft zu imkern. Schaut euch doch die Wiesen an", sagt der Imker. "Wir haben hier eine Agrar-Wüste, es gibt kein Angebot an Blüten. Deshalb wollen wir Imker dafür sorgen, dass wieder Blühstreifen entstehen. Wir wollen aufklären, damit die Biene in der Landwirtschaft überleben kann."
Nicht nur für die Natur habe die Biene eine große Bedeutung. Heinz Wildner erklärt es mit einem alten Imker-Sprichwort: "Willst du Weisheit erfahren, dann geh zu dem Bie." Das Bie sei ein Organismus, der sich immer wieder selbst erneuere. Jede Biene habe einen Lebenszyklus von 35 Tagen, währenddessen sie in verschiedene Lebensstadien hineinwachse, unterschiedliche Entwicklungsschritte durchlaufe und von Nestbauerin, zu Hebamme, zu Arbeiterin werde, ehe sie am 35. Tag sterbe.
"Ist es notwendig, eine andere Aufgabe zu übernehmen, kann sie ihre Funktion wieder verändern. Das Bie reagiert so auf die Umwelt, auf die Natur", berichtet der Imker. Der Organismus der Bienen, so Wildner, zeige, wie Menschen die Gesellschaft zu verändern hätten. Denn: "Wir leben nicht mehr im Einklang mit der Natur. Eine Gesellschaft, die nur am Profit orientiert ist, kann keine Harmonie erleben."
Eine Besucherin fragt nach der Königin. Die, so erfahren die Zuhörer, sei das Wertvollste im Bienenvolk, deshalb werde sie von ihrem Volk beschützt. Aber: Das Volk bestimmt, was die Königin zu tun hat. Es ist auch das Volk, das die Königin hervorbringt - indem es sie ausschließlich mit Königinnenfutter nährt.
Es folgt ein kleiner Ausflug in die Anthroposophie. Wildner erklärt, dass die Wabenbauerinnen die eckige, erdige, kristalline Form als Brutzellen für die Arbeiterinnen bauen. Die runde, sonnige Form der Wabe sei dagegen nur für die Königin bestimmt. Sie sei dem Kosmos verwandt, und daher wohne ihr auch die Kraft des Kosmos inne.
Heinz Wildner gibt sein Wissen über Bienen gern weiter, denn er will sich für die Erhaltung der Honigbiene stark machen. Deshalb setzt er sich im Netzwerk "Blühende Landschaften" dafür ein, dass die Menschen so viel wie möglich darüber erfahren, wie sie selbst etwas dazu beitragen können. Es sei ganz einfach, sagt er. Jeder könne in seinem Vorgarten dazu beitragen und wertvolle Pollen- und Nektarspender anpflanzen. Salbei, Rosmarin, Pfefferminze und Ringelblume seien gute Beispiele.
Heinz Wildner hat alle seine Völker selbst gezüchtet - durch Teilung des Schwarmes. "Die Aufzucht einer neuen Königin ist das Ursprünglichste, was im Schwarm passieren kann", sagt er.



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