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Die Feuerwehr rückte mit dem Drehleiterwagen an, um die Bilder in luftiger Höhe zu montieren. "Wir freuen uns, dass sie uns dabei unterstützt hat", sagt Ursula Schnell, die Leiterin des Hauses im Viertel, einer Einrichtung der Heimstiftung.
Das Besondere an der Ausstellung ist nicht nur ihr ungewöhnlicher Standort. Acht Menschen im Alter von zwei bis 97 Jahren sind porträtiert worden, und alle sind sie in irgendeiner Form mit dem Haus im Viertel verbunden. Kinder aus dem benachbarten Montessori-Kindergarten sind dabei, eine Fachbereichsleiterin der Volkshochschule, Bewohner des Hauses im Viertel, ein Mitglied der buddhistischen Glaubensgemeinschaft, die ihre Räume auch auf der Kuhlen hat, und die Leiterin einer Geschichtswerkstatt.
"Wir möchten mit diesen Bildern deutlich machen, dass wir viele unterschiedliche Menschen hier haben", sagt Ursula Schnell. Sie ist sehr angetan davon, dass der alte Schlauchtrockenturm nach einer Ausstellung im vergangenen Jahr nun erneut zur Kunststätte geworden ist. Diesmal sollen die auf wetterfestes Material gedruckten Kunstwerke aber länger hängen, vielleicht sogar mehrere Jahre, hofft Ursula Schnell.
Natürlichkeit und Ruhe
Folker Winkelmann hat die Aufnahmen gemacht. Der Fotograf aus dem Blockland war bereits an der Ausstellung im Sommer 2010 beteiligt und gleich von der Idee für das aktuelle Projekt begeistert. "Die Ausstellung gibt dem Platz sehr viel Leben", findet der Künstler. Für die Arbeit an den Porträts hat er sich viel Zeit genommen.
"Jeder Mensch hat einen anderen Zugang dazu, fotografiert zu werden", weiß Folker Winkelmann aus Erfahrung. Er geht auf die Porträtierten ein, versucht Privatheit zu erzeugen. "Ich möchte die Menschen nicht mit einem großen Studioaufbau verschrecken", betont der Fotograf aus dem Blockland. Natürlichkeit und Ruhe - diese beiden Aspekte waren ihm besonders wichtig.
Für das eine oder andere Fotomodell ist die Vorstellung, ab sofort in der Öffentlichkeit zu stehen, allerdings noch etwas ungewohnt. "Ich bin nicht restlos begeistert", sagt Susanne Schaub wenige Tage vor der Eröffnung skeptisch. Die 97-Jährige kommt aus Osterholz-Scharmbeck und wohnt seit zehn Jahren im Haus im Viertel Auf der Kuhlen. Die Teilnahme an dem Kunstprojekt hat sich bei ihr einfach so ergeben. "Ich habe es halt mitgemacht", sagt die rüstige Seniorin. Grundsätzlich findet sie es aber in Ordnung. Immerhin hat sie sich im Laufe ihres Lebens selbst künstlerisch beschäftigt. Bis vor kurzem hat sie noch regelmäßig gemalt, einige Bilder hängen in ihrer gemütlichen Wohnung. "Ich fühle mich sehr wohl hier", sagt Susanne Schaub.
Auch Horst Bertuleit lebt gerne im Steintor. Der 83-jährige ehemalige Elektroingenieur hat eine Werkstatt im Schlauchturm, in der er mit den Kindern des Montessori-Kindergartens bastelt. Kleine Schiffe aus Holz, Stiftehalter aus Papprollen oder auch Schilder für die Verkehrserziehung entstehen unter seinen kundigen Händen. Auch einen Verkehrsparcours aus Holzschildern, mit einer Holzampel und alten Teppichen hat Horst Bertuleit schon für die Kleinen aufgebaut. "Für uns hat hier ein ganz neuer Lebensabschnitt begonnen", sagt Bertuleit, der vor fünf Jahren mit seiner Frau in das Haus im Viertel gezogen ist. Obwohl über ihn schon in der Zeitung berichtet worden ist, findet Horst Bertuleit es noch ein bisschen befremdend, dass sein Porträt am Schlauchtrockenturm hängt. "Aber man gewöhnt sich an alles", sagt er gelassen.



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