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Die Freude am Malen steht im Mittelpunkt, wenn sich die Senioren regelmäßig um die Malerin Gisela Schauz versammeln, die den Kreis leitet. Die Künstlerinnen mögen es, wenn das weiße Blatt Papier sie herausfordert. Wenn sie im kreativen Schaffen versinken können und jeder Pinselstrich sie weiter an ihre schöpferische Quelle führt. Mit jedem frischen Gelb, zarten Rot oder tiefen Blau tauchen sie mehr und mehr ein in eine Atmosphäre der Harmonie, "die anschließend mit in den Alltag genommen wird", weiß Kunsttherapeutin Gisela Schauz. Seit 1999 trifft sich die Gruppe einmal in der Woche. Die Ausstellung auf dem Blocklander Biohof ist die fünfte des Malkreises und zeigt eine Auswahl seiner Arbeiten.
Selbst gewählte Motive
Ihre Bilder entwickeln die Malerinnen aus selbst gemischten Aquarellfarben auf nassem Aquarellpapier. Sie orientieren sich dabei an selbst gewählten Bildmotiven als Vorlage. Manchmal entstehen dabei auch Gemeinschaftswerke. Sie zeigen dann üppig-blaublühenden Rittersporn und stolz emporragende Stockrosen unter einem milchigen Himmel oder ziehen den Betrachter über eine sanfte Nordseedüne geradewegs aufs Meer hinaus. Die Besucher können sich in Kaemenas Eisdiele auf Sehreise begeben, die manchmal auch eine Seereise ist. Hier stoßen die Augen auf einen Leuchtturm am Strand, dort gleiten sie über ein strahlend-gelbes Rapsfeld, an dessen Rand eines dieser schönen weißen Friesenhäuser steht, schützend überwölbt von einem schweren Reetdach. Geht man ein paar Schritte über den Hof zur angrenzenden Galerie, empfangen einen die Bilder einer weiteren Ausstellung. Hier hängen die Aquarelle der Bremer Künstlerin Rita Schulze-Orlowski. Das Thema, das sich durch alle 23 dort
ausgestellten Werke zieht, ist Transparenz, Offenheit und Klarheit. Der Galerieraum bietet dafür den stimmigen Rahmen. Schnörkellos, still und hell ist er den seit Jahren wechselnden Werken eine vorübergehende Bleibe. Ausgebucht ist die Hofgalerie lange im Voraus, erzählt Heike Kaemena.
Seit 20 Jahren malt Rita Schulze-Orlowski. Bei Kaemena zeigt sie Bilder der vergangenen sieben Jahre. "Die meisten sind im Bürgerpark entstanden", sagt sie. Dort nimmt sie im Sommer an Kursen teil, die unter dem Titel "Bürgerpark - malen" angeboten werden. Dort sitzt die Bremerin dann mit ihrem Block auf dem Schoß und lässt sich von der Natur inspirieren. "Jedes Bild entsteht in zwei Stunden." Ist es fertig, wird es nicht mehr angetastet. Ihr Werk zu Hause nachzuarbeiten, kommt der Künstlerin nicht in den Sinn. Dann würde es womöglich auch seine Leichtigkeit verlieren, die sie an Aquarellen so schätzt.
Rita Schulze-Orlowski erschafft sie sich auf unübliche Weise. "Ich arbeite mit einem zehn Zentimeter breiten Pinsel." Damit zieht sie einen Strich. Nur einen, der sitzen muss. Und erst einmal trocknen, bevor der nächste Strich hinzukommen darf. Weiße Flächen, die sich dabei unbewusst zwischen die Farben mogeln, sind der Künstlerin willkommen. Auch wenn sie keine gegenständlichen Motive präsentiert, lassen sich dennoch Wasser, Wolken und Landschaft herauslesen. Dort, wo matte Gelbtöne auf ein tiefes Blau stoßen, könnte die See an den Strand schwappen. Und wo Grüntöne ins Bläuliche verschwimmen, stand vielleicht unter strahlendem Himmel die satte Vegetation einer sommerlichen Parklandschaft Modell.
Fläche bildet den Schwerpunkt dieser Ausstellung. Aber die Künstlerin hat eine Überraschung eingebaut. Fast am Ende der Schau stutzt der Betrachter über zwei Portraitzeichnungen. Sie durchbrechen die Linie der Ausstellung und weisen auf das künstlerische Spektrum der Malerin hin. Portrait- und Aktarbeiten in Aquarell reizen Rita Schulze-Orlowski nämlich auch.
Beide Ausstellungen sind noch bis Sonntag, 30. Oktober, bei selbst gemachtem Bio-Eis zu genießen. Danach geht der Hof in Niederblockland 6 bis Frühlingsanfang in die Winterpause. Geöffnet ist montags bis freitags von 14 bis 18 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 11 bis 19 Uhr.



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