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Borgfeld. Über einen geeigneten neuen Standort für das baulich marode Polizeirevier in Horn wurde in der Vergangenheit häufiger diskutiert. Eine Sanierung kam aus wirtschaftlichen Gründen nicht in Frage, worauf sich die Innenbehörde auf die Suche nach anderen Lösungen begab (wir berichteten). In der engeren Wahl stand längere Zeit das ehemalige Postgebäude an der Lilienthaler Heerstraße/Ecke Kopernikusstraße. Nachdem die Post im vergangenen November einen Rückzieher gemacht hatte und sich die unterschriftsreifen Planungen zerschlagen hatten, musste sich die Innenbehörde neu orientieren. Jetzt sollen die Polizeibeamten in einen Neubau einziehen.
580 Quadratmeter
Die Neubaulösung soll auf einem Grundstück an der Lilienthaler Heerstraße 259 entstehen. Dort will Norbert Dittel, Geschäftsführer der Terranova Grundstücksgesellschaft, entsprechend investieren. Im Gespräch sind Räume in einer Größenordnung von 580 Quadratmetern und Platz für 18 Arbeitsplätze. Die Immobilie wird vermutlich über einen Zeitraum von 15 Jahren von der Polizei angemietet. "Diese Vertragsdauer streben wird an", sagte der beim Innensenator für Liegenschaften zuständige Mitarbeiter Andreas Witt im Ausschuss.
Den Standort bezeichnete Lutz Müller als ideal. "Wir wollen für die Bürger sichtbar und leicht erreichbar sein, dies ist an der Heerstraße und mit der Nähe zu einer Straßenbahnhaltestelle gegeben", so der stellvertretende Polizeipräsident. Das neue Revier könnte außerdem über eine Zuwegung an die Edisonstraße in Horn-Lehe angeschlossen werden. "Wir hoffen, dass es mit dieser Lösung klappt, dazu müssen aber noch entsprechende Rechte geklärt werden", so Müller weiter.
Ausgeschlossen werden soll, dass die Streifenwagen auf dem insbesondere in Spitzenzeiten chronisch verstopften "Langen Jammer" im Stau stehen. Wie Müller mitteilte, sollen die Beamten bei Alarmfahrten die Straßenbahnschienen der Linie 4 überqueren dürfen. Ähnliches werde in einem Revier am Flughafendamm erfolgreich praktiziert. Man erwarte in Gesprächen mit dem zuständigen Amt für Straßen und Verkehr (ASV) eine entsprechende Lösung für die Lilienthaler Heerstraße.
Der Mietzins dürfte sich bei rund zehn Euro pro Quadratmeter einpendeln, teilte Andreas Witt zu den zu erwartenden Kosten mit. Damit liege man im kalkulierten Rahmen. Am Geld sei das Projekt schon einmal gescheitert, warnte Beiratsmitglied Jürgen Schilling (CDU) vor überraschenden Kostensteigerungen. Davon geht Andreas Witt allerdings nicht aus. Der Investor habe seine Zuverlässigkeit bei einem ähnlichen Projekt in Bremen-Oslebshausen unter Beweis gestellt. "Wir haben gute Erfahrungen gemacht", so Witt.
Über die Pläne für das neue Polizeirevier an der Lilienthaler Heerstraße soll am 8. Februar in der zuständigen Deputation diskutiert werden. Stimmen die Deputierten dem Projekt zu, soll der Mietvertrag unverzüglich unterschrieben werden. Noch einmal zwölf Monate später könnte dann das neue Gebäude bezogen werden und das Provisorium in Horn beendet sein, kündigte Lutz Müller an.
Der Borgfelder Beirat unterstützte die Pläne einstimmig. Auch deshalb, weil der stellvertretende Polizeichef eine Zukunftsgarantie für den Borgfelder Polizeiaußenposten mit zwei Kontaktpolizisten abgegeben hatte. An eine Schließung sei nicht gedacht. Im Gegenteil - die Polizeiführung sehe dies als gutes Modell, das sich bewährt habe.
Antrag an Bildungssenatorin
Einigkeit bestand im Borgfelder Beirat auch in der Diskussion um Ganztagsschulen und Hortplätze. Nachdem im zuständigen Ausschuss (wie in unserer Zeitung berichtet) noch unterschiedlich argumentiert wurde, einigten sich CDU, SPD und Grüne im Vorfeld der Beiratssitzung auf einen gemeinsamen Antrag. Demnach wird die Bildungssenatorin aufgefordert, an den Grundschulen "Alt Borgfeld" und "Am Borgfelder Saatland" zum 1. August 2012 offene Ganztagsschulen einzurichten. Gleichzeitig setzt sich der Beirat für den Erhalt der bestehenden Hortplätze ein. "Ein Abbau der Hortplätze kommt für uns nicht in Frage", stellte Beiratssprecher Gerd Ilgner (SPD) fest.
Ilgner verwies in seiner Begründung auf einen Stadtteil mit überproportional vielen Kindern, mit Alleinerziehenden und einem hohen Anteil an Doppelverdienern. So habe sich die Zahl der Borgfelder Kinder im Alter von fünf und sechs Jahren jährlich vergrößert, während er im Stadtdurchschnitt gesunken sei. Borgfeld benötige daher ein gut ausgebautes Betreuungsangebot, das die Horte allein nicht abdecken könnten.
Der Beirat beruft sich in seinem einstimmig und ohne Diskussion verabschiedeten Antrag auf "vielfältige Bemühungen" von Schulen und Eltern. Das von ihnen entwickelte Modell entspreche der großen Nachfrage nach einem flexiblen und hochwertigen Betreuungsangebot. Den Wunsch nach einer Ganztagsschule hätte auch eine Elternbefragung im Dezember 2011 ergeben, hieß es dazu. "Die Arbeit von Eltern, Lehrern und Schulleitungen darf nicht umsonst gewesen sein", so Ilgner.



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