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Auslöser der Kontroverse waren die Wahlen zur Vertreterversammlung, dem höchsten Beschlussorgan der Gewosie. Sie fanden Anfang März statt. In einer Berichterstattung im Vorfeld hatte DIE NORDDEUTSCHE auch Meier zu Wort kommen lassen. Der Architekt aus St. Magnus hatte sein Bedauern darüber zum Ausdruck gebracht, dass es aus der Vertreterversammlung kaum je kritische Nachfragen zum Geschäftsgebaren des Vorstandes gegeben habe. Seine Erklärung: Viele gewählte Vertreter seien wirtschaftliche Laien und mit einer fachlich fundierten Einschätzung der geschäftlichen Vorgänge schlicht überfordert.
Es war besonders dieser letzte Satz aus dem Artikel der NORDDEUTSCHEN vom 3. Februar, der den Vorstandsvorsitzenden Axel Utrata und Co-Vorstand Dieter Lankenau erzürnt haben muss. Wie erst jetzt bekannt wurde, startete der Vorstand unmittelbar nach dem Zusammentritt der neu gewählten Vertreterversammlung am 14. April seinen Gegenangriff.
Mit Schreiben vom 16. April kündigten Utrata und Lankenau ihrem unbotmäßigen Genossen Meier die Einleitung eines Ausschlussverfahrens an. Meier habe sich 'erdreistet, ein funktionierendes Vertreterorgan, dass seine Kontrollaufgaben wahrnimmt, anzumahnen'. Dies sei auf der Vertreterversammlung ausdrücklich gerügt worden. Und weiter: 'Auch Aufsichtsrat und Vorstand halten dieses Verhalten und Ihre Beurteilung für falsch und böswillig und damit genossenschaftsschädigend, da Sie die Kompetenz des höchsten Organs unserer Genossenschaft in aller Öffentlichkeit anzweifeln.'
In einer schriftlichen Stellungnahme, für die ihm eine Frist von neun Tagen gesetzt worden war, drückte Meier am 23. April sein Befremden über die Drohgebährden des Vorstandes aus. Der abschließende Satz klingt fast schon prophetisch: 'Sollten in der Gewosie wohlwollende, aber kritische Geister nicht mehr gewünscht sein, bin ich sicher, dass Sie einen Weg finden damit umzugehen.'
Diesen Weg fanden Utrata und Lankenau in der Tat: Drei Tage später hatte Meier seinen Ausschluss in der Post. 'Ihre Einlassungen vom 23. April waren in keiner Weise zutreffend oder hilfreich, die Gründe für Ihren Ausschluss zu entkräften', heißt es in dem Einschreiben.
Im Gespräch mit dieser Zeitung bezeichnete Uwe Meier das Vorgehen des Vorstandes als 'nicht ganz überraschend'. Es hinterlasse ein 'Geschmäckle, wenn jemand mundtot gemacht werden soll, der sich ein mutiges Kontrollorgan wünscht'.
Der Vorstand der Wohnungsgenossenschaft wollte keine Nachfragen zu der Personalie Meier beantworten. Über sein Sekretariat ließ Gewosie-Boss Utrata ausrichten, er spreche nicht mit dem Verfasser dieser Zeilen.



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