Diese Woche räumt der scheidende Leiter der Baubehörde in Unterschleißheim seinen Schreibtisch. Die Planung neuer Kindergärten und eine Mensa für die Ganztagsschule haben Donaubauer zuletzt in seiner alten Heimat beschäftigt. 'Es ist eine relativ umtriebige Region, die noch Geld hat', erläutert der 35-Jährige.
Neue Heimat: Bremen-Stadt
Kommende Woche will Donaubauer Umzugskartons packen. 'Zum Sommer in Lesmona bin ich da', kündigt der künftige Bauamtsleiter an. Mit Frau und zwei kleinen Kindern, ein und drei Jahre alt, will der Nachfolger von Christof Steuer hier Quartier beziehen, in Bremen-Stadt wohlgemerkt. 'Mein Vorgänger hat es auch so gehalten, glaube ich. Er ist erst nach Bremen und dann nach Bremen-Nord gezogen.' Donaubauer hat für die schrittweise Annäherung ans neue Arbeitsgebiet gute Gründe: Seine Frau hat Familie in der Stadt.
'Es ist ein bewusster Tapetenwechsel', sagt Donaubauer zu seiner Bewerbung bei der Hansestadt. Es seien die städteplanerischen Aufgaben, die ihn vom Münchner Norden in den Bremer Norden gelockt hätten. Einzelne Projekte wie die Zukunft des alten Industriegeländes der Bremer Woll-Kämmerei (BWK) oder die Weiterentwicklung der Jacobs University. 'Schlaglichtartig haben wir einzelne Projekte angesprochen', berichtet Donaubauer. Der Rest kommt ab Mitte August: 'Ankommen und Einarbeiten', ist für die Zeit bis 1. September geplant. Dann wird er Chef von rund 35 Mitarbeitern in den Bereichen Bauordnung und Stadtplanung.
Die Vorliebe für den Städtebau zieht sich wie ein roter Faden durch Donaubauers Leben. Der gebürtige Regensburger ist in der Barockstadt Eichstätt nahe Ingolstadt aufgewachsen. 'Die Renaissance- und Barockbauten in Eichstätt haben mich beruflich geprägt', meint er. Nach einem Studium der Architektur an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich arbeitete Donaubauer eigenen Worten zufolge zunächst an diversen Städtebau-Projekten in Rotterdam, später in Zürich und Basel. In der Schweiz gestaltete Donaubauer zum Beispiel auf dem Papier ein brach liegendes Industrieareal - 'ähnlich dem BWK-Gelände' - um: 'Es sind XXL-Bauten mit einer Vielzahl von eigenwilligen Wohnungsformen entstanden, von hip bis konventionell.'
Nach der Arbeit mit Adolf Krischanitz an der Umgestaltung des Werkareales eines Pharmakonzerns vom Industrie- zum Forschungszentrum in Basel entschied sich Donaubauer für ein Referendariat im öffentlichen Dienst. Zweieinhalb Jahre sei er in verschiedenen Ämtern tätig gewesen, hauptsächlich im oberbayrischen Neuburg an der Donau, seiner Heimatregion. Den Start in die Verwaltung hat Donaubauer als Leiter der Baubehörde in Unterschleißheim hingelegt: 'Diese Stelle war komplettierungsbedürftig.' Und Themen für einen jungen Planer, sagt er, gebe es in Bremen-Nord genug.
Wie er seine Freizeit als Nordlicht verbringen will, weiß der Bajuware auch schon: Mit dem Boot will er auf der Nordsee segeln. Vielleicht sieht man Donaubauer auch mal im Weserstadion. 'Für den Fußball hat mich bisher noch niemand begeistern können, aber mein Schwiegervater ist Werder-Fan.'

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