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Oberst Uwe Richard Fröhlich, Kommandant des Regiments für ortsfeste logistische Einrichtungen, wies darauf hin, dass sich die Bundeswehr aus einem 'äußerst ungewöhnlichen Ort' verabschiede. 'Die Vergangenheit dieses Ortes lässt ein stilles Abtreten nicht zu', meinte Fregattenkapitän Armin Glaß, der Kommandant des Marinematerialdepots Wilhelmshaven, zu dem die Teileinheit in Farge bisher gehörte. 8000 Zwangsarbeiter schufteten täglich für den Plan der Nationalsozialisten, die an dem Standort an der Unterweser ab August 1945 jährlich 150 U-Boote im Fließbandverfahren herstellen wollten. 430 Meter lang, 100 Meter breit, 33 Meter hoch - dieses Monstrum konnten auch die Alliierten nach der militärischen Niederlage des Deutschen Reichs nicht mehr so einfach aus der Welt schaffen. 1949 planten die Briten, den Bunker zu sprengen, doch ein solch explosiver Vorgang hätte die umliegenden Wohngebiete gleich mit zerstört.
So begann die neue Rolle des Bunkers Valentin am 1. Oktober 1966 als Materiallager für neu in Dienst zu stellende Einheiten der Bundesmarine. Es folgten kleinere Umbauarbeiten, Aufgabenerweiterungen - und die Einweihung des Mahnmals 'Vernichtung durch Arbeit' vor dem Bunkereingang 1983 mit 700 Teilnehmern. Nach dem Abzug der Bundeswehr, unter der Ägide der BImA, rückt die Nutzung des Bunkers als Gedenk- und Erinnerungsstätte in den Vordergrund. 'Dieser Ort hat für die Freie Hansestadt Bremen eine besondere Bedeutung', stellte Innensenator Ulrich Mäurer fest, 'ich hoffe, dass der Bunker Valentin zum Erinnerungsort für die nachfolgenden Generationen wird.'
Mäurer setzt darauf, dass auch die Bundeswehr künftig junge Rekruten zur Gedenkstätte schickt, damit diese sich mit den dort dokumentierten Zeitzeugnissen aus den Jahren 1943 bis 1945 auseinandersetzen können. Auch Oberst Reinhard Lerch, Kommandant des Landeskommandos Bremen, hofft, dass der Bunker eine Rolle als Mahnmal für den Frieden einnehmen kann.
Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung im vorderen Teil des Bunkers Valentin sorgte das aus Wilhelmshaven angereiste Marinemusikkorps mit Traditionsmärschen wie 'Preußens Gloria' und 'Großer Kurfürst'. Zum Abschluss des Außerdienststellungsappells, nach Danksagung an die Soldaten und zivilen Mitarbeiter des Materiallagers in den vergangenen Jahren, folgte die Nationalhymne.
Für den Wechsel von der Marschmusik zum Shanty sorgte beim folgenden Empfang der Schifferchor Rekum. Eine symbolische Schlüsselübergabe machte den Auszug der Bundeswehr aus dem U-Boot-Bunker zusätzlich deutlich: Fregattenkapitän Armin Glaß, Kommandant des Marinematerialdepots Wilhelmshaven, zu dem der Standort Farge bisher gehörte, übergab den Schlüssel an Axel Rohde, den stellvertretenden Leiter des Bundeswehrdienstleistungszentrums in Schwanewede.



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