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Der Fall war ins Rollen gekommen, nachdem sich ein Patient des Klinikums Nord über Ungereimtheiten in einer Honoraraufstellung beschwert hatte, die ihm der Chefarzt zugeschickt hatte. Controlling-Fachleute der Gesundheit Nord seien dem Hinweis nachgegangen und hätten erkannt, "dass da System dahintersteckt", so Unternehmenssprecher Daniel Goerke. Nach seinen Angaben geht die Gesundheit Nord von einem Durchschnittsschaden pro betroffenem Patient von rund 100 Euro aus. Den Geschädigten würden die zu viel gezahlten Beträge durch das Klinikum erstattet. Der beschuldigte Mediziner soll in Regress genommen werden.
Der Krankenhausleitung war es zunächst gelungen, über die Umstände des Ausscheidens ihres Chefarztes nichts nach außen dringen zu lassen. Die Verantwortlichen hätten das geschickt gehandhabt, sagte gestern ein Insider im Gespräch mit der NORDDEUTSCHEN. "Hier hat jeder gedacht, der Kollege habe die Chance für eine berufliche Verbesserung ergriffen und sei deshalb kurzfristig von dannen gezogen." Auch in der Mitarbeitervertretung wusste man so gut wie nichts über die Angelegenheit.
Auf eine Strafanzeige verzichtete die Gesundheit Nord ebenfalls. Offenbar wollte die Klinik-Holding die Approbation ihres einstigen Vorzeige-Mediziners nicht gefährden. Er genoss in seinem Fachbereich Anerkennung weit über Bremen-Nord hinaus und war auf Bundesebene an der Definition von Behandlungsstandards beteiligt. Ob es für ihn beruflich eine Zukunft gibt, darüber wird der Ausgang des Ermittlungsverfahrens mitentscheiden.



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