Insgesamt 8000 Hotel-Empfehlungen hat HRS derzeit ins Internet gestellt. Die meisten sind in Deutschland zu finden. Darüber hinaus auch im ausgesuchten Ausland und an Urlaubszielen europaweit. "Neu und einzigartig weltweit", beschreibt Sabelhaus diesen Internet-Auftritt, "ist, dass es hier bewegte Bilder sind. Und dass man hin- und herklicken kann zwischen Bett und Tagungstisch." Genauer gesagt: in der Regel zwischen Außenansicht, Foyer, Einzel-, Doppelzimmer oder Suite (Komfortzimmer) sowie Essensbereich und Konferenzraum.
Sabelhaus ist einer von 30 Teams, die Kathi Lokocz von der VCC Agency for Postproduction in Hamburg angeheuert hat, dieser Hotelsammlung zuzuarbeiten. Wobei diese Teams allerdings jeweils nur aus einem Mitglied bestehen. Denn Voraussetzung für diesen Job ist: Es filmt ein Kameramann, den man allein herumschicken kann - und trotzdem soll es nach Werbung aussehen ("dass es lecker aussieht"). Antwort Sabelhaus: "Die spinnen, das ist nicht möglich."
Ist es doch, lässt er sich überzeugen. So schnappt er sich dann seine Canon EOS 5D (Fotokamera mit Filmfunktion) und macht sich auf den Weg. Viereinhalb Monate ist er unterwegs. In vier Staffeln arbeitet er ab: Oldenburg zwischen Bremen und Hamburg plus Schwarzwald; die B213 bis zur holländischen Grenze und das Allgäu; Central London; und schließlich Bayern, Kufstein und das Zillertal bis zum Gardasee und nach Verona. Hier findet er dann auch eines seiner zwei Lieblingshotels - das mit der Nachtigall ...
Berühmtester Balkon der Welt
Wer hier also, in "Julias Traum", Quartier bezieht, sollte mit dieser Nachtigall bei seinem (seiner) Liebsten punkten können: Is' noch Nacht. Kannst noch 'ne Runde schlafen. Denn schon am Morgen ist es mit dieser Ruhe vorbei: Touristen über Touristen strömen dann in den Innenhof treten ein ins Haus, das einst der Capulet-Clan, also Julias Familie, sein Eigen nannte, und steigen auf den möglicherweise berühmtesten Balkon der Welt. Und eben dieser Balkon ist natürlich auf Sabelhaus' Streifen zu sehen (Blick aus dem Zimmer gehört zu den vorgegebenen Standard-Einstellungen). Am späten Nachmittag wird übrigens der Komplex geschlossen. Dann ist wieder Ruhe und Romantik angesagt.
"Vor fünf Jahren hätte man dazu drei Leute gebraucht", erklärt Sabelhaus seine anfangs skeptische Haltung. Und als Ein-Mann-Show - Regisseur, Kameramann, Cutter und wer weiß, was sonst noch alles - braucht er beim ersten Hotel noch fünf Stunden. Zum Schluss, in Mailand, hat er eine Drei-Sterne-Unterkunft in weniger als zwei Stunden im Kasten. Dabei, sagt er, hat es vor allem in Italien immer Diskussionen vor Ort gegeben: Vielleicht nicht doch noch dies, vielleicht auch das ...
Aber Sabelhaus hat seine Vorgaben: Außen, Foyer, Zimmer inklusive Bad und so weiter und so fort. Es ist halt ein Katalog abzufilmen. Varianten gibt es allerdings, wie zum Beispiel Panoramaschwenks rund um Landschaftshotels; oder Bilder vom Tagungsbereich im Geschäftshotel, für die dann aber die Bilder von der Suite entfallen. Voraussetzung ist dabei aber immer, dass die Zimmer, um spätere Reklamationen auszuschließen, von der Hotelleitung abgenommen sein müssen - "bis hin zum gefalteten Klopapier".
Sein zweites Lieblingshotel findet Sabelhaus in London: das London Town Hall Hotel im Stadtteil Bethnal Green im East End. "Nein, das ist nicht die Hotelhalle", sagt er, nachdem er eines der fünf Bildchen angeklickt und damit auf Schirmgröße aufgezogen hat. "Das ist die Suite" - die so groß scheint, und das auf mehreren Ebenen, dass man meint, auf dem Weg zur Minibar verdursten zu müssen. "Das war früher mal ein Filmstudio." Wo zum Beispiel Guy Ritchie 1998 seinen "Bube, Dame, König, grAs" gedreht oder Keira Knightley in "Abbitte" vor der Kamera gestanden hat.
Vielleicht nicht sein Favorit, aber immerhin schräg genug, um in Sabelhaus' Hitliste Erwähnung zu finden: das West Ham United Hotel. Integriert im Stadionrund mit Blick aufs Spielfeld. Premier League bei 'ner Tasse Tee im Bett - absolut schräg. Zwei mit Zinnen bewehrte Türmchen links und rechts vom Eingang verleihen dem Stadion den Charme einer Ritterburg zu Zeiten von, nun ja, vielleicht auch von RichardIII. Dem mit dem Pferd für ein Königreich. Auch Shakespeare. Aber das ist eine andere Geschichte. Zu sehen ist diese "Burg" jedenfalls - wie alle anderen Hotels auch - unter www.hrs.de


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