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Zur Premiere sind rund 150 gekommen. Die Schwüle des Tages ist auch im Forum der Schule zur spüren. Und sie wird zunehmen. Kündigt jedenfalls Musiklehrerin Bianca Nordhoff an, die das Musical als Unterrichtsprojekt für den gesamten fünften Jahrgang initiiert hat und leitet. Meist stehend, unmittelbar neben den Zuschauerreihen, dirigiert sie den Chor, sorgt mit Blickkontakt für die exakten Einsätze. Auch auf der Bühne, wo Robinson (Leon Tamrat) in einer blinkenden Schatzkiste das Zauberbuch findet, das ihn zu den Kindern dieser Welt entführt, die unter gänzlich anderen Bedingungen leben müssen als zum Beispiel die am Nebelthau-Gymnasium.
Wie etwa das äthiopische Mädchen Medhin, das Wasserkrüge schleppen und Unkraut auf dem Feld jäten muss. Und als Robinson ihr hilft, aber schon nach kurzer Zeit Blasen an den Händen und Rückenschmerzen hat, kann er nur hoffen, dass ihn das Zauberbuch wieder auf den heimischen Dachboden bringt. Müsste er doch sonst wie Medhin viel arbeiten, ohne Strom und fließend Wasser leben.
Fächerübergreifendes Projekt
Das Musical der Kindernothilfe ist am Friedehorst-Gymnasium als fächerübergreifendes Jahrgangsprojekt von Bianca Nordhoff zusammen mit der Religionslehrerin Britta Bade, der Deutschlehrerin Tatjana Dreiling und dem Erdkundelehrer Henning Martens für die Aufführungen im Schulforum vorbereitet worden. Der Fachunterricht wurde in den vergangenen Wochen den Ländern Äthiopien, Indien, Brasilien und Deutschland gewidmet. Die Fünftklässler haben viel über Kinderarmut erfahren, Märchen dieser Länder gelesen, die verschiedenen Musikstile kennen gelernt und Lieder gesungen. Parallel dazu haben im Mai die Proben für das von Bianca Nordhoff ausgewählte und thematisch verwandte Musical begonnen.
Und so streift der Junge namens Robinson, Held der "Kinder, Kinder"-Hefte der Kindernothilfe - sie hat Musik und Texte von Markus Ehrhardt und Reinhard Horn zur Verfügung gestellt - durch die verschiedenen Kontinente. Lernt neben Medhin auch den kleinen indischen Teppichknüpfer Pandy und das brasilianische Straßenmädchen Rosivalda kennen. Versteckt unter einem weißen Laken bekommt er mit, wie ein Aufpasser Kinder unter Androhung von Peitschenhieben zur Arbeit antreibt. In einer anderen Szene erfährt er, weshalb afrikanische Kinder so dicke Backen haben. Sie kauen Koka-Blätter, um Hunger und Angst zu vergessen.
Die Nebelthau-Kinder sind mit Engagement und Feuereifer bei der Sache. Lampenfieber lässt Bianca Nordhoff mit ermunternder Gestik gar nicht erst aufkommen. Und die erwachsenen Besucher gehen in dem Bewusstsein nach Hause, dass sie auf diesem Globus noch viel zum Besseren wenden müssten. Doch vorher spenden sie reichlich Beifall für die Schülerinnen und Schüler, die ihnen singend, spielend und tanzend die Notwendigkeit der Kindernothilfe vor Augen geführt haben. In ihren Topf geht der Erlös aus dem Eintritt.



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