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Erst vor zwei Wochen wieder hat die Polizei nach eigenen Angaben in der Grohner Düne zwei junge Männer erwischt, die 600 Gramm Marihuana in der Tasche hatten. In einem der Betonblöcke entdeckten die Fahnder dann auch einen Keller, in dem Cannabisdrogen für den Verkauf verpackt wurden.
Die Hanfpflanzen wachsen quasi gleich um die Ecke. Im großen Stil hatten zum Beispiel Tatverdächtige in Rönnebeck Marihuana angebaut. Die Plantage war im Juni aufgeflogen. Die Beamten stellten Krieg zufolge 400 Pflanzen sicher. "Beim ersten Mal haben die fünf Kilo geerntet. Das Kilo wird für 4000 Euro verkauft", berichtet er. Ihre Investition in Technik hätten die Hanf-Bauern gleich nach der ersten Ernte wieder heraus gehabt.
Ein ähnliches Bild in Vegesack: In einem Wohnhaus an der Hiddigwardener Straße entdeckten die Beamten im März diesen Jahres 300 Pflanzen. Zehn Kilo Marihuana sei sichergestellt worden, berichtet Krieg. Die getrockneten Blüten sollen in Tüten für einen Zehner das Gramm verkauft worden sein. Dieter Krieg sagt: "Der Anbau von Marihuana ist ein Riesen-Geschäft geworden."
Dem Beamten, der drei Jahre lang Integrationsbeauftragter bei der Polizei war, geht's beim Thema Drogen um Prävention. "Die Gefährdung für Jugendliche ist erheblich", meint er. Viele perspektivlose Jugendliche würden sehen, dass sich mit Anbau und Verkauf von Gras leicht Geld verdienen lasse. "Es sind leider oft Migranten, die im Vordergrund stehen, wenn es um den Drogenhandel geht. Es ist auffällig, dass wir Probleme in der Grohner Düne, Marßel und Lüssum haben."
Die Drogen haben Auswirkungen nicht nur auf die allgemeine Kriminalität. Diese Woche hat sich der Bremer Senat auf Initiative der CDU mit den Verkehrsunfällen im Land Bremen befasst. Alkohol und Drogen gehören der Senatsvorlage zufolge zu den Hauptursachen für Verkehrsunfälle. 2010 waren 334 von 20213 Unfällen im Land Bremen auf Alkohol und Drogen zurückzuführen. Die Polizei hat die Statistik noch weiter aufgeschlüsselt. In diesem Jahr wurden demnach 340 Fahrer registriert, die unter dem Einfluss von Drogen und Medikamenten standen. 354 weitere Fahrer hatten Alkohol konsumiert. Zu Unfällen führten Medikamenten- und Drogeneinnahme in 34 Fällen, unter Alkoholeinfluss krachte es 216 Mal auf Bremer Straßen.
Zurzeit gibt es in Bremen-Nord keine gezielten Kontrollen, was die weichen Drogen im Straßenverkehr angeht. "Wir überprüfen das im Zuge des Streifendienstes", berichtet Krieg, der bei Techno-Konzerten im Pier 2 in Gröpelingen erstmals auf die Drogenproblematik bei jungen Menschen aufmerksam geworden ist. Erst seit relativ kurzer Zeit werden Schulungen für die Kollegen angeboten, die helfen sollen, den Einfluss von Marihuana wahrzunehmen: "Anfangs haben wir den Betroffenen mit der Taschenlampe ins Auge geleuchtet, um die Pupillenreaktion zu sehen."
Es sei oft nicht einfach für die Kollegen festzustellen, ob einer am Vorabend Gras geraucht hat. "Mit Alkohol kennen wir uns aus, da sind entsprechende Werte festgesetzt", erläutert Krieg. Beim THC-Wirkstoff ist das anders. Deshalb sei mittlerweile gesetzlich festgelegt: Wer Rauschmittel genommen habe, dürfe kein Fahrzeug mehr führen.
Die Beamten halten Ausschau nach bestimmten Typen. Dieter Krieg beschreibt: "Die Konsumenten sind meistens Raucher, drehen die Zigaretten selbst. Sie sind oft blass: Kifferblässe nennen wir das. Sie haben große Pupillen, geplatzte Äderchen um die Augen und einen glasigen Blick." Bevor Beamte jedoch einen Urintest anordnen, um den Wirkstoff THC festzustellen, lassen sie die Verdächtigen noch eine Übung absolvieren: "Gerade hinstellen, Füße zusammen, Arme vorstrecken", heißt es dann. Dieter Krieg: "Auffällig ist es, wenn Hände und Augenlider zittern." Die Ausnahme bestätigt bei der Suche nach Rauschmittelkonsumenten die Regel. Der ZED-Mann hat mitbekommen, dass auch Bauzeichner und Pflegedienst-Mitarbeiter zu Urintest und späterer Blutentnahme gebeten wurden.
Selbst, wenn der Fahrer keine Ausfallerscheinungen zeigt, kann das Gras-Rauchen teure Folgen haben. "Die Strafen sind nicht unerheblich", sagt Krieg. Betroffene Fahrer erhielten ein Bußgeld von 500 Euro und ein vierwöchiges Fahrverbot. Wer ein zweites Mal erwischt werde, zahle bereits 1000 Euro. Außerdem wird laut Krieg eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet, wenn der Verdacht besteht, dass der Betroffene regelmäßig Drogen konsumiert. "Wenn man die MPU nicht besteht", sagt Dieter Krieg, "ist der Führerschein für zwei Jahre weg."



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