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Anwohner hatten am späten Vormittag die Polizei und das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) alarmiert, weil angeblich Stahlteile von der Ersatzüberführung – eine neue Stahlbogenbrücke wird zurzeit in Fabrikhallen vorgefertigt – in die Lesum gefallen waren. In einer ersten Meldung der Ordnungskräfte vor Ort war denn auch von „Einsturzgefahr“ die Rede. Doch schon wenig später konnte das ASV Entwarnung geben. Es waren keine Brückenteile in die eisigen Fluten gestürzt, vielmehr hatten dicke Eisschollen die Befestigungsketten von zwei stählernen Fendern gesprengt, die sofort flussabwärts trieben. Die Schutzvorrichtungen sollen die Brücke bei der Kollision eines Schiffes mit dem Mitteljoch vor dem Einsturz bewahren.
Die beiden von den Eisschollen abgesprengten, jeweils etwa zehn Meter langen Hohlkörper setzten sich schnell in Richtung Weser in Bewegung und passierten schon bald das Lesum-Sperrwerk in Grohn. Weil sie eine Gefahr für die Schifffahrt darstellen, wurde auch das Wasser- und Schifffahrtsamt alarmiert, das sofort die Kapitäne informierte, die mit ihren Schiffen auf der Weser unterwegs waren. Am frühen Nachmittag wurde dann der erste stählerne Hohlkörper von der Besatzung der Fähre Vegesack-Lemwerder gesichtet und gesichert.
Die für den Brückenneubau in Burg zuständige ASV-Bezirksingenieurin Susanne Papin-Schmidt lobte am Freitag die aufmerksamen Anwohner. Ohne ihre Hinweise wären die Beschädigung der Schutzvorrichtungen am Mitteljoch nicht so schnell aufgefallen. Brückenbauer sind zurzeit auch wegen des strengen Wintereinbruchs nicht vor Ort. Die neue Burger Brücke wird gegenwärtig in Hallen vorgefertigt, soll aber noch in diesem Jahr eingeweiht werden. Sie kostet rund 6,5 Millionen Euro und ersetzt eine 60 Jahre alte Überführung, die wegen „Altersschwäche“ abgerissen worden ist.



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