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Der steht als Modell auch in der Heringsfang-Sammlung im Schloss Schönebeck. Hier erzählt Rösemann Besuchern oft und gerne, wie der Hering gefangen wurde. Damals, als die Logger von Vegesack in die Fanggründe der Nordsee ausliefen. Von 1945 bis 1950 war Rösemann auf der "Saarland" und eine Saison auf dem Logger BV 89 "Württemberg" dabei. Ganz unten in der Hierarchie fing er als "Junge" an, arbeitete sich bis zum Matrosen hoch. 17 Mann zählte eine Logger-Crew laut Rösemann damals. Neben Kapitän, Steuermann und sieben Matrosen habe es zwei ältere Leichtmatrosen (Oudsten), einen "Jüngsten" genannten Leichtmatrosen und die zwei "Jungen" gegeben. Dazu kamen ein Maschinist, sein Assistent und der Koch.
Beim Einholen der Netze, das je nach Fanggröße und Wetter laut Rösemann fünf bis sechs Stunden dauerte, arbeiteten zwölf Decksleute und der Steuermann als eingespieltes Team. "Es musste alles Hand in Hand gehen." Die Aufgaben waren klar verteilt. "Ein Junge holte als Afhauer den Reep ein, der andere schoss den Reep als Reepschieter auf." Die Heringsfänger hatten ihren eigenen Jargon. Rösemann übersetzt: "Das Reep ist das Tau, an dem das Netz hängt. Der Afhauer holt es an Bord. Der Reepschieter schichtet es in einer Luke unter Deck ringförmig auf." Die zwei Oudsten holten das Kopftau ein. "Der Steuermann und sechs Matrosen holten die Netze ein und schlugen die Heringe aus." Der Leichtmatrose knotete die Netze vom Reep ab. Das Verstauen der Netze unter Deck war Aufgabe des "Kok-in-Ruum". Anders als es der Name suggeriert, was das nicht der Koch sondern der jüngste Matrose.
Fotos und Handwerkszeug im Schloss machen die Arbeit an Bord anschaulich. Waren die Netze eingeholt, stärkten sich die Männer für die nächste Arbeit. "Zum Frühstück gab's jeden Morgen gebratenen Hering. Das war ein Genuss." Dann wurde geschlachtet. Körbeweise, in sogenannten Mantjes, wurden die Heringe mit einem "Keekmesser" gekehlt. In Holztrögen, "Waback" genannt, wurden sie vom Steuermann gesalzen. "Auf fünf Teile Hering kam ein Teil Salz. An Bord der 'Saarland' hatten wir 180 Fass Salz", erzählt Rösemann. "Seegekehlt und seegesalzen", so stand es als Markenzeichen auf den Fässern der Fischerei-Gesellschaft. An Bord schichteten zwei Mann die Heringe in die Fässer, die sogenannten Kantjes. Die vollen Fässer wurden in Luken verstaut, leere für den nächsten Fang an Deck gebracht.
Bis zu 1050 Heringsfässer konnten auf dem Logger "Saarland" verstaut werden. "Eine Fangreise durfte höchstens sechs Wochen dauern, dann waren Brennstoff und Proviant alle", erzählt Rösemann. Noch vor dem Einlaufen in Vegesack seien die Heringsfässer an Deck geholt worden. "So sparte man beim Löschen im Hafen Zeit."
Mehr über den Heringsfang erzählt Jens Rösemann am Mittwoch, 8. Februar, um 19 Uhr bei einem Filmvortrag im Schloss. Der 1937 gedrehte Film zeigt die Arbeit an Bord mehrerer Logger der Fischerei-Gesellschaft.



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