| Das Wilhelm Kaisen-Quiz » |
Bremen-Nord. Zehn Räume des Schulzentrums sind seit dem vergangenen Jahr an das "gelbe System" angeschlossen, wie Schulleiterin Claudia Potthoff die Anlage nennt. In der Form ähneln die einzelnen Amok-Alarmknöpfe den Feuermeldern, die man aus vielen großen Gebäuden kennt: ein etwa bierdeckelgroßes Kästchen, in dem sich unter einer dünnen Glasscheibe der Auslöser befindet. Die gelbe Farbgebung soll den Amok-Melder vom blauen Hausalarm unterscheiden, der sich ebenfalls in zahlreichen Räumen der Oberschule Lerchenstraße befindet. Er ist letztlich ein reiner Feueralarm. Doch während dieser zum geordneten Verlassen des Gebäudes auffordert, soll der Amok-Melder gerade das Gegenteil bewirken. Bei Auslösung ertönt über die Schullautsprecher folgende Warnung: "Wir haben eine ernste Lage im Schulgebäude! Bleiben Sie in den Klassenräumen! Schließen Sie die Türen ab und verbarrikadieren Sie sie! Meiden Sie danach Fenster und Türen! Die Lage wird geklärt. Verhalten Sie sich ruhig und
warten Sie auf neue Anweisungen!"
Welche das sein könnten, steht in einem gelben Ordner, den Claudia Potthoff in ihrem Dienstzimmer griffbereit hat. Bildungsbehörde und Polizei beließen es nämlich nicht beim Einbau der Melder, sondern versammelten die Schulleiter zu einer Fortbildung, bei der Amok-Szenarien durchgespielt wurden. Anhand von echtem Material aus zurückliegenden Fällen brachte eine Expertin den Pädagogen auch bei, wie man ernstzunehmende Drohungen von schlechten Scherzen unterscheidet.
Rempler mit Folgen
Das neue Warnsystem ist bereits einem ersten unbeabsichtigten Realitätstest ausgesetzt gewesen. Mitte Januar - es war kurz nach einer sechsten Stunde - rempelte ein Schüler versehentlich einen Amokmelder an und löste die Ansage aus. Vielen Schülern fuhr der Schreck in die Glieder. Von zahlreichen Mobiltelefonen wurden Notrufe bei der Polizei abgesetzt. Als sich die Lage geklärt hatte, stellte sich allerdings heraus, dass der Ansagetext nicht in allen Klassenzimmern beherzigt worden war. "Es gab schon so einige Klassenräume, die nicht abgeschlossen waren", erinnert sich Claudia Potthoff.
Die städtische Liegenschaftsverwaltung Immobilien Bremen will mittelfristig alle Schulen mit einem Amok-Alarm ausrüsten. Im Norden hätten die Lerchenstraße und die Bördestraße den Anfang gemacht. "In der Alwin-Lonke-Schule läuft die Installation, für die Schule am Wasser haben wir sie ausgeschrieben", erfährt man von Sprecher Peter Schulz. Die Kosten sollen aus laufenden Bauunterhaltungsprogrammen bestritten werden.



Regenwahrscheinlichkeit:



