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Burgdamm. 150 Jahre sind eine lange Zeit - so lang, dass sich die sechs bis zehn Jahre alten Grundschüler diese Zeitspanne kaum vorstellen können. Um wenigstens eine vage Idee davon zu bekommen, wie lange es ihre Schule schon gibt, werden die Mädchen und Jungen heute eine Jahreszahlen-Kette auf dem Schulhof bilden. "Jedes Kind bekommt dafür ein Blatt mit einer Jahreszahl darauf in die Hand", erläutert Schulleiterin Christa Brokate-Golinski. Vorab führen die Schüler bei der Eröffnungsfeier zum Jubiläumsjahr der Schule historische Tänze, Lieder, Gedichte, Moritaten und Sketche auf.
Das ganze Jahr hindurch werden sich die Schüler mit dem Thema "Schule früher und heute" beschäftigen. Unter anderem, so die Schulleiterin, seien Museumsbesuche und eine Projektwoche geplant. Wie sah die Schule früher aus? Was haben die Kinder gelernt? Welche Fächer gab es damals und wie verlief eine Turnstunde vor 150 Jahren? Antworten gibt unter anderem die schuleigene Chronik, die seit dem Gründungsjahr 1862 geführt wird.
Ein Lehrer für 140 Schüler
Daraus geht hervor, dass die Schulgemeinde Burgdamm bis 1862 mit Lesum vereinigt war. In der Lesumer Schule wurden etwa 300 Schüler in zwei Klassen unterrichtet. Da die Lesumer Schule damit überlastet war, wurde der Bau einer Volksschule für die Kinder in Burgdamm auf dem Turnau'schen Hofe beschlossen. Am 1. November 1862 wurde die Schule eingeweiht und gleichzeitig der zunächst einzige Lehrer, Johann Heinrich Seekamp, eingeführt. Er betreute etwa 140 Kinder in einer Klasse.
Für die Schulverwaltung gab es von Anfang an einen Schulvorstand, der unter anderem das Gebäude bewirtschaftete und die Lehrmittel anschaffte. Für die Sauberkeit der Räume mussten die Schüler zunächst selbst sorgen, dann wurde eine "Fegefrau" angestellt, für deren Bezahlung von den Eltern ein "mäßiger Betrag" erhoben wurde. Außerdem gab die Gemeinde Geld dazu. Nach einem Jahr wurde eine zweite Lehrerstelle eingerichtet; der neue Lehrer, Ernst August Seekamp, war der Bruder des ersten. 1870/71 wurden die ersten Turngeräte angeschafft und Turnunterricht am Nachmittag eingeführt.
Im Laufe der Zeit richtete die Schule weitere Klassen ein; nach 1945 platzte die alte Schule mit neun Klassen schließlich aus allen Nähten. Das neue Schulgebäude an der Stargarder Straße beendete 1951 die Raumnot, 1962 wurde es noch einmal erweitert. Die alte Schule wurde 1976 endgültig aufgegeben. Ab 1988 wurden in der Grundschule Burgdamm Integrationsklassen eingerichtet. Der Modellversuch machte europaweit Schule, fiel 1996 aber dem Sparkurs zum Opfer. Auch beim Entwurf eines Konzeptes für einen sanften Übergang vom Kindergarten in die Schule war die Grundschule Burgdamm im Jahr 1998 Vorreiter.
Im Jahr 2000 trat Christa Brokate-Golinski ihre Stelle als Schulleiterin an. "In diesem Jahr wurde die Schule ,verlässliche Grundschule'", erinnert sie sich. Ab 2003 startete die Schule mehrere internationale Projekte, aus denen sich Schulpartnerschaften entwickelten - mittlerweile bestehen Kooperationen mit neun Schulen aus acht Ländern. 2007 erhielt die Grundschule die Zertifizierung zur Europaschule.
"Daraus hat sich das Prinzip der Mehrsprachigkeit entwickelt", erläutert die Schulleiterin. Mittlerweile haben die Kinder bereits ab der ersten Klasse Frühbegegnungen mit Fremdsprachen, vornehmlich in den Sprachen Englisch, Französisch und Finnisch. Des Weiteren, so Brokate-Golinski, seien die Profile "Naturwissenschaften" und "Sportbetonte Schule" ausgebaut worden. Einen Überblick über die Geschichte der Schule soll im November eine Ausstellung geben, die von den Lehrerinnen im Laufe des Jahres in mehreren Schaukästen gestaltet wird. Der erste ist - pünktlich zur heutigen Auftaktveranstaltung - bereits fertig.
Die Grundschule Burgdamm hat etwa 180 Schüler in acht Klassen. Sie werden von 15 Lehrerinnen, vier pädagogischen Mitarbeiterinnen und zwei Referendaren betreut. Weitere Infos im Internet unter http://025.schule.bremen.de.



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