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Burglesum. Abschied und Einstieg zugleich gab es am Dienstag zu Beginn der Burglesumer Beiratssitzung. Florian Boehlke, designierter Ortsamtsleiter, kündigte an, von seiner Funktion als Beiratssprecher zurückzutreten und zugleich sein Beiratsmandat niederzulegen, damit er am 1.März Ortsamts-Chef werden kann. Er dankte dem Beirat für gute Zusammenarbeit die Jahre über.
Heiko Dornstedt, Ortsamtsleiter aus Vegesack und am Dienstag wohl das letzte Mal mit der Sitzungsleitung in Burglesum betreut, dankte seinerseits und auch im Namen des Beirats für Boehlkes Engagement und überreichte seinem künftigen Kollegen im Amte einen Blumenstrauß. Blumen zurück und dazu eine Flasche Wein gab es dann später auch für Dornstedt selbst, als Dank für zahlreiche Abende als ausgeliehener Sitzungsleiter. Man versprach sich gegenseitig gute Zusammenarbeit und ging schließlich zur Tagesordnung über.
Da war als erstes ein Bürgerantrag in Sachen "Wiedereinführung der ehemaligen Buslinie 70" abzuhandeln, das heißt der Wunsch von Anwohnern hauptsächlich entlang Vegesacker bis Lesumer Heerstraße, wieder eine direkte Anbindung an den Lesumer Ortskern zu bekommen. Diesem Antrag mochte der Beirat fraktionsübergreifend folgen und erweiterte ihn gar um die Aufforderung an die BSAG, darüber hinaus - und beides zeitnah - auch Pläne für eine künftige Busanbindung der Peenemünder Straße vorzulegen.
Als nächstes waren "Autowracks im Gewerbegebiet Steindamm" dran. Hier berichteten Lesums Revierleiter Gerd Eweg und Kontaktpolizist Jürgen Kock von abgemeldeten Fahrzeugen, die dort abgestellt sind. Ein Pool von Speditionsfirmen nutzten zwischenzeitlich öffentlichen Grund, um die Wagen bis zur Verladung in Containern und anschließender Verschiffung nach Afrika bereitzustellen.
Gegen dieses wilde Parken, gab Eweg zu, könne die Polizei kaum etwas unternehmen. Zwar werde der - in allen Fällen unbekannte - Fahrzeughalter per Ticket an der Scheibe aufgefordert, den Wagen sofort zu entfernen, und je nach Lage werde das Auto zudem entweder Umweltbetriebe Bremen (bei offensichtlichen Schrottautos) oder dem Stadtamt (bei für den Export vorgesehenen Fahrzeugen) gemeldet, doch das sei eigentlich ohne Wirkung.
Export - mit oder ohne Parkkralle
Knapp vor Ablauf der Frist aber, fuhr Eweg fort, zu der die Fahrzeuge amtlicherseits entfernt werden dürften, sind die dann plötzlich doch verschwunden. "Wir versuchen", versicherte Lesums Revierleiter, "ständig mit möglichen Fahrzeughaltern oder den entsprechenden Spediteuren Kontakt aufzunehmen, aber sonst haben wir wenig Handhabe."
Die Beiratsmitglieder waren anschließend durch die Bank um gute Ratschläge bemüht. Parken nur für Anlieger zum Beispiel. Eweg: "Das Abstellen von abgemeldeten Fahrzeugen ist generell verboten, ob nun im Halteverbot oder nicht." Martin Hornhues (CDU) forderte Anwohner und Nachbarn im Gebiet auf, hinzugucken, wer dort Fahrzeuge ablädt. Und Bettina Hornhues (CDU) brachte die Parkkralle ins Spiel. Eweg: "Parkkralle? Dann verschiffen die die eben mit Parkkralle" Blieb Sitzungsleiter Dornstedt nur übrig festzustellen: "Wir können also nichts ändern, außer denen mit mehr Polizei auf die Nerven zu gehen."
Revierleiter Eweg sollte anschließend über die Einbruchskriminalität im Stadtteil referieren. Der hatte damit aber ein Problem und fragte: "Was soll ich darüber berichten?" Mit Zahlen wolle er nicht aufwarten, da die, "bezogen auf einen Mikrokosmos Lesum", keine brauchbaren Erkenntnisse lieferten. Das brachte allerdings Frank Rath (Bürger in Wut) auf den Plan, der sofort die "Polizeiliche Kriminalstatistik" für Lesum verteilte und später angesäuert anmerkte, dass die Mitglieder der SPD-Fraktion "die Blätter noch nicht einmal angefasst haben". Davon ausgehend, dass die vorgelegten Zahlen zu alt seien (von 2008 bis 2010), verlegte sich der Beirat mehrheitlich darauf, auf einer der kommenden Sitzungen das Problem mit einem Vertreter der Innenbehörde zu diskutieren.



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